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„Damals mußte alles schnell gehen“, so erzählte mir
sinngemäß eine Jubelkonfirmandin vor dem Gottesdienst. „Die Amerikaner
waren schon ganz nah und ständig war Fliegeralarm. Da hatten wir für die
Prüfung gebüffelt und dann konnten wir das Gelernte nicht einmal los
werden.
Wir gingen schnell in die Kirche und schnell wieder nach Hause. Nicht mal
die schönen Kleider konnten wir anziehen.“
Erinnerungen der Diamantenen Konfirmanden, die vor 60 Jahren im
März 1945, kurz vor Kriegsende ihre Konfirmation begingen.
In einem Punkt würden unsere heutigen Konfirmanden wohl kaum Trauer
verspüren: daß sie Gelerntes nicht los werden konnten. Wer will heute noch
lernen?

So versprach ich den Jubilaren, daß wir uns diesmal Zeit
nehmen würden, den Gottesdienst zu feiern, denn, dem HErrn sei‘s gedankt,
leben wir im Frieden.
Und so wurde es, wir konnten einen schönen Gottesdienst miteinander
feiern, in aller Ruhe und Andacht. Noch einmal kamen die Jubilare zur
Einsegung an den Altar, diesmal ohne Hektik.
Mit der Überreichung der Gedenkurkunde gab ich den Jubilaren ein Wort
Gottes mit auf den Weg, das auch als Losung über diesem Tag stand: „Ich
will deinen Namen preisen für deine Güte und Treue; denn du hast deinen
Namen und dein Wort herrlich gemacht über alles.“
Diejenigen, die an diesem Tag den Weg in die Kirche gefunden hatten,
werden im Blick auf ihr bisheriges Leben ermessen können, wie gütig und
treu Gott sie in ihrem Leben geführt hat.
Nach dem Gottesdienst gedachten die Jubilare noch auf dem Friedhof der 33
einstigen Mitkonfirmanden, die Gott schon aus diesem Leben abgerufen
hatte.
Den Jubilaren wünsche ich Gottes Segen und Frieden auf ihrem weiteren
Lebensweg!
Pfarrer Reuther
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