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Während
das Gemeindefest unserer Gemeinde im letzten Jahr immer noch unter dem
Eindruck der noch auszuführenden Restarbeiten einen Erlös für die
Innenrenovierung des Gebäudes Kirche erwirtschaften sollte, hatte der
Vorbereitungskreis unter Pfarrer Reuther sich diesmal ein Motto gesucht,
das auch auf die nach außen wirkenden Aktivitäten der „Kirche im Dorf“
hinwies:
Wie weit blicke ich von meinem Kirchturm?
hieß die Frage, die an die Öffentlichkeit getragen wurde und die sich auch
jeder der Kirchengemeinde nahestehende gern immer wieder stellen darf.
Wie stehe ich zu den Aktivitäten der Gemeinde, wie stehe ich zu den Themen
Helfen (Diakonie), Kultur, wie stehe ich zum Rest der Welt, der von meinen
Alltags- oder persönlichen Belangen so weit entfernt ist und der doch
durch die Möglichkeit des Fernsehens und des Internets so nah ist, dass
mir seine Probleme durchaus bekannt sind.
Unsere Gemeinde versucht immer wieder, ein Angebot zu geben, von den
vielen „Eigentlichs“, die unser Leben bestimmen, fortzukommen und entweder
punktuell oder kontinuierlich sich an Dinge heranzumachen, die, dächte und
handelte man nur konsequent, mehr Mittelpunkt des menschlichen Lebens sein
sollten.
Gemeinschaft,
das die Seele pflegende Wort, sich dem anderen zuwenden, „gut“ sein, oder
es zumindest versuchen – wir alle wissen, wie wichtig und gesunderhaltend
all diese Dinge in Wirklichkeit sind, für den einzelnen und auch im
Allgemeinen.
Und doch lassen wir uns immer wieder mitreißen von, tja, vielleicht von
den Dingen, die getan werden müssen. Hektik, Fleißdenken, Geld, Kummer,
was auch immer – Dinge werden zur Gewohnheit, ich vermute, es gibt für
jeden ein Winkelchen, an dem er eine Verbesserungsmöglichkeit für sein
eigenes Denken, Tun oder Handeln gibt.
Gerade heutzutage ist es furchtbar aus der Mode gekommen, um nicht zu
sagen völlig aus dem Bewußtsein gerückt, solche Überlegungen anzustellen.
Und gerade heute ist es nötiger denn je, sich wegzubewegen von den
Verhaltensweisen, die uns alle, nicht nur die Politik, dahin geführt
haben, wo wir heute sind.
Alle unsere gemeindlichen Aktivitäten sollen letztlich dazu beitragen, und
in unseren Augen hat jeder, jeder aktiv mitwirkende, aber auch jeder
Besucher des Gemeindefestes dazu beigetragen.
Wie
weit blicke ich von meinem Kirchturm und was tut die Concordia-Gemeinde
insbesondere um einen kleinen Blick in die Runde zu riskieren und den
Besuchern, aber auch den treuen mitwirkenden Helfern eine Erweiterung des
Blickwinkels zu ermöglichen?
Natürlich beginnt unser Gemeindefest traditionell mit einem Gottesdienst.
Als Gäste waren diesmal nicht nur die am Wort und am Gottesdienst
interessierten sondern auch die Bewohner der „Elisabethenhöhe“ in Wutha
mit Ihren Begleitern da.
Neben mir saß Herr Pfitzmann, der sich große Mühe gab, die neu zu
lernenden Lieder so stimmgewaltig wie möglich mitzusingen. Schönen Gruß
auf diesem Wege!
Als
Gast von etwas weiter her war Mr. Evariste Karangwa aus Ruanda da.
Er beendet zur Zeit sein Studium in Belgien (ehemaliger
Kolonialherr von Ruanda), um in einem
Jahr ausschließlich mit der maßgeblichen Mitarbeit beim Aufbau eines
Kinderhilfsprojektes in seinem Heimatland weiterzumachen. (Nähere
Informationen zu dem Projekt finden Sie
hier.) Spannend, dass unsere Gemeinde,
dass Ruhlaer Mitbürger durch ihre Unterstützung dabei, mittun.
Er stellte im Gottesdienst sich und seine Arbeit in Kürze vor und zeigte
seine Gemeinschaft mit unseren für ihn so fernen (und bis dato fremden)
Rühlern durch ein gemeinsam mit Pfarrer Reuther gesprochenes Gebet.
Nach
dem Gottesdienst begab man sich ins Seitenschiff zu Kaffee und Kuchen.
Hier sei den fleißigen Helfern und Kuchenbäckern ausdrücklich und herzlich
für ihre Mithilfe gedankt. (Ich weiß nicht, ob die Kuchenspender sich im
Klaren sind, wie wichtig Ihre Gabe ist, trägt sie doch zu einem großen
Teil zur Erhöhung des Erlöses dieser und vergleichbarer Veranstaltungen
bei!)
Neben
Kaffee und Kuchen konnte man sich am Eine-Welt-Stand bei unseren
liebevoll-aktiven Eine-Welt-Damen informieren oder/und eine Kleinigkeit
kaufen. Wir freuen uns sehr, nette, gute Menschen kennengelernt zu haben,
die Interesse und Sinn haben, sich den Hilfsbedürftigen zuzuwenden und mit
den Menschen darüber zu reden – obwohl sie wie alle anderen auch sonst
viel zu tun haben.
Wer Spaß dran hatte, konnte sich mit den Fenstern unserer Kirche
beschäftigen. Man kann durch sie hindurchblicken – nicht sehr weit,
zugegeben, aber man kann sie auch anblicken und sich mal fragen, was auf
ihnen nun wirklich zu sehen ist.
Dazu hatte Pfarrer Reuther ein anspruchsvollen Quiz entworfen. Den Gewinn,
ein selbstgebautes Mini-Kirchenfenster, trug Frau Meyer aus
Hemmingen-Arnum (!) davon.
Oder
die Rühler Spitznamen: Wissen Sie noch, wer sich hinter dem Spitznamen
„Hutzel“ verbirgt? Auch hier gab es ein interessantes Quiz mit gleich 5
Gewinnern: Wir gratulieren Frau Schwarz, Frau Kahlert, Frau Söll, Herrn
Heß und Herrn V. Ortmann. (Übrigens: mehr über die Rühler Spitznamen
erfahren sie in unserem „OkrA“ am 29.9. - ich bin schon ganz gespannt)
Während
drinnen die genannten Aktivitäten stattfanden, versuchte draußen Pfarrer
Reuther ein paar Motorradtouren im Alleingang zu fahren, denn unsere
Motorradfahrer waren entweder verhindert oder gar durch Unfall von der
Mithilfe abgehalten worden – schade!
Außerdem
wurden vor der Kirche 60 Luftballons von Kindern und anderen, die an
diesem Spaß Freude hatten, mit Grußkarten von unserem Gemeindefest
versehen. Beim 17-Uhr-Läuten ließen die Kinder sie steigen. Der Wind war
so günstig, dass es für alle, die zusahen ein schöner Anblick war, wie die
Luftballons hoch und weit in den wunderschönen blauen Himmel aufstiegen.
(Übrigens:
eine Karte wurde schon von einem Finder zurückgesendet – Franziska
Hoffmann, dein Ballon schaffte es bis zu Herrn Harald Vogel nach
Mellrichstadt (64 km von Ruhla entfernt!). Das ist doch schon ganz
ordentlich, nicht wahr?)
Im Pfarrhaus fanden die Kinder viel Abwechslung bei Frau Kutter und ihren
Helfern, die wieder die schönsten Dinge zum Basteln und zum Spielen
vorbereitet hatte: Ketten aus Naturmaterialien wurden zusammengefädelt, wer
geschickt oder neugierig genug war, jonglierte ein wenig und schließlich
verließen sogar noch „gezähmte oder wilde Raubtiere“ den Gemeinderaum,
frisch angeschminkt von kundiger Hand :-)
Unsere lieben Grillmeister versorgten schließlich die Besucher mit profihaft zubereiteten Thüringer Bratwürsten, die besonders denen
schmeckten, die sich bereits zu gemütlicher Runde unter dem Pavillon
zusammengefunden hatten und bei Schwätzchen, Speis und Trank bis in die
Nacht zusammensaßen und die Gemeinschaft pflegten.
Drinnen gab es dann aber noch einen Vortrag von Evariste Karangwa
mit Bildern zu seiner in Ruanda beginnenden Arbeit und – nachdem die
Musiker endlich die verstopfte Autobahn verlassen konnten – ein Konzert
mit Musik aus Westafrika, welches beides von vielen Zuhörern mit Interesse
und Anteilnahme aufgenommen wurde.
Unser Gemeindefest war insgesamt eine Runde Sache. Der Erlös
soll als Spende für die Kinderarbeit nach Ruanda und für den Eigenanteil
eines Kleinbusses für die „Elisabethenhöhe“ nach Wutha gehen. Wir danken
nochmals allen Helfern und Besuchern, die dabei waren.
Und auch uns wurde Hilfe zuteil: Herr Bürgermeister Pietsch
überreichte uns die Bewilligung für Fördermittel für die neue Bestuhlung
des Seitenschiffs, bei der Herr Gustav Bergemann (MdL) aktiv mit tätig
war.
Auch hier ein großes Dankeschön für die Hilfeleistung, die es uns
ermöglichen wird, auch einmal im Seitenschiff für eine Veranstaltung mehr
Besucher bequem zu plazieren und unsere Arbeit so vorangebracht wird.
In diesem Sinne
Auf Wiedersehen in der Concordia Kirche -
Andrea Pawlitzki
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