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Gemeindefest am 3. September 2005


Während das Gemeindefest unserer Gemeinde im letzten Jahr immer noch unter dem Eindruck der noch auszuführenden Restarbeiten einen Erlös für die Innenrenovierung des Gebäudes Kirche erwirtschaften sollte, hatte der Vorbereitungskreis unter Pfarrer Reuther sich diesmal ein Motto gesucht, das auch auf die nach außen wirkenden Aktivitäten der „Kirche im Dorf“ hinwies:

Wie weit blicke ich von meinem Kirchturm?

hieß die Frage, die an die Öffentlichkeit getragen wurde und die sich auch jeder der Kirchengemeinde nahestehende gern immer wieder stellen darf.
Wie stehe ich zu den Aktivitäten der Gemeinde, wie stehe ich zu den Themen Helfen (Diakonie), Kultur, wie stehe ich zum Rest der Welt, der von meinen Alltags- oder persönlichen Belangen so weit entfernt ist und der doch durch die Möglichkeit des Fernsehens und des Internets so nah ist, dass mir seine Probleme durchaus bekannt sind.

Unsere Gemeinde versucht immer wieder, ein Angebot zu geben, von den vielen „Eigentlichs“, die unser Leben bestimmen, fortzukommen und entweder punktuell oder kontinuierlich sich an Dinge heranzumachen, die, dächte und handelte man nur konsequent, mehr Mittelpunkt des menschlichen Lebens sein sollten.

BesucherGemeinschaft, das die Seele pflegende Wort, sich dem anderen zuwenden, „gut“ sein, oder es zumindest versuchen – wir alle wissen, wie wichtig und gesunderhaltend all diese Dinge in Wirklichkeit sind, für den einzelnen und auch im Allgemeinen.
Und doch lassen wir uns immer wieder mitreißen von, tja, vielleicht von den Dingen, die getan werden müssen. Hektik, Fleißdenken, Geld, Kummer, was auch immer – Dinge werden zur Gewohnheit, ich vermute, es gibt für jeden ein Winkelchen, an dem er eine Verbesserungsmöglichkeit für sein eigenes Denken, Tun oder Handeln gibt.
Gerade heutzutage ist es furchtbar aus der Mode gekommen, um nicht zu sagen völlig aus dem Bewußtsein gerückt, solche Überlegungen anzustellen. Und gerade heute ist es nötiger denn je, sich wegzubewegen von den Verhaltensweisen, die uns alle, nicht nur die Politik, dahin geführt haben, wo wir heute sind.

Alle unsere gemeindlichen Aktivitäten sollen letztlich dazu beitragen, und in unseren Augen hat jeder, jeder aktiv mitwirkende, aber auch jeder Besucher des Gemeindefestes dazu beigetragen.

Wie weit blicke ich von meinem Kirchturm und was tut die Concordia-Gemeinde insbesondere um einen kleinen Blick in die Runde zu riskieren und den Besuchern, aber auch den treuen mitwirkenden Helfern eine Erweiterung des Blickwinkels zu ermöglichen?

Natürlich beginnt unser Gemeindefest traditionell mit einem Gottesdienst. Als Gäste waren diesmal nicht nur die am Wort und am Gottesdienst interessierten sondern auch die Bewohner der „Elisabethenhöhe“ in Wutha mit Ihren Begleitern da.
Neben mir saß Herr Pfitzmann, der sich große Mühe gab, die neu zu lernenden Lieder so stimmgewaltig wie möglich mitzusingen. Schönen Gruß auf diesem Wege!

Evariste KarangwaAls Gast von etwas weiter her war Mr. Evariste Karangwa aus Ruanda da.
Er beendet zur Zeit sein Studium in Belgien (ehemaliger Kolonialherr von Ruanda), um in einem Jahr ausschließlich mit der maßgeblichen Mitarbeit beim Aufbau eines Kinderhilfsprojektes in seinem Heimatland weiterzumachen. (Nähere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.) Spannend, dass unsere Gemeinde, dass Ruhlaer Mitbürger durch ihre Unterstützung dabei, mittun.
Er stellte im Gottesdienst sich und seine Arbeit in Kürze vor und zeigte seine Gemeinschaft mit unseren für ihn so fernen (und bis dato fremden) Rühlern durch ein gemeinsam mit Pfarrer Reuther gesprochenes Gebet.

KaffeetafelNach dem Gottesdienst begab man sich ins Seitenschiff zu Kaffee und Kuchen. Hier sei den fleißigen Helfern und Kuchenbäckern ausdrücklich und herzlich für ihre Mithilfe gedankt. (Ich weiß nicht, ob die Kuchenspender sich im Klaren sind, wie wichtig Ihre Gabe ist, trägt sie doch zu einem großen Teil zur Erhöhung des Erlöses dieser und vergleichbarer Veranstaltungen bei!)

1Welt-StandNeben Kaffee und Kuchen konnte man sich am Eine-Welt-Stand bei unseren liebevoll-aktiven Eine-Welt-Damen informieren oder/und eine Kleinigkeit kaufen. Wir freuen uns sehr, nette, gute Menschen kennengelernt zu haben, die Interesse und Sinn haben, sich den Hilfsbedürftigen zuzuwenden und mit den Menschen darüber zu reden – obwohl sie wie alle anderen auch sonst viel zu tun haben.

Wer Spaß dran hatte, konnte sich mit den Fenstern unserer Kirche beschäftigen. Man kann durch sie hindurchblicken – nicht sehr weit, zugegeben, aber man kann sie auch anblicken und sich mal fragen, was auf ihnen nun wirklich zu sehen ist.
Dazu hatte Pfarrer Reuther ein anspruchsvollen Quiz entworfen. Den Gewinn, ein selbstgebautes Mini-Kirchenfenster, trug Frau Meyer aus Hemmingen-Arnum (!) davon.

QuizgewinnerOder die Rühler Spitznamen: Wissen Sie noch, wer sich hinter dem Spitznamen „Hutzel“ verbirgt? Auch hier gab es ein interessantes Quiz mit gleich 5 Gewinnern: Wir gratulieren Frau Schwarz, Frau Kahlert, Frau Söll, Herrn Heß und Herrn V. Ortmann. (Übrigens: mehr über die Rühler Spitznamen erfahren sie in unserem „OkrA“ am 29.9. - ich bin schon ganz gespannt)

BikeWährend drinnen die genannten Aktivitäten stattfanden, versuchte draußen Pfarrer Reuther ein paar Motorradtouren im Alleingang zu fahren, denn unsere Motorradfahrer waren entweder verhindert oder gar durch Unfall von der Mithilfe abgehalten worden – schade!

LuftballonsAußerdem wurden vor der Kirche 60 Luftballons von Kindern und anderen, die an diesem Spaß Freude hatten, mit Grußkarten von unserem Gemeindefest versehen. Beim 17-Uhr-Läuten ließen die Kinder sie steigen. Der Wind war so günstig, dass es für alle, die zusahen ein schöner Anblick war, wie die Luftballons hoch und weit in den wunderschönen blauen Himmel aufstiegen. Luftballons(Übrigens: eine Karte wurde schon von einem Finder zurückgesendet – Franziska Hoffmann, dein Ballon schaffte es bis zu Herrn Harald Vogel nach Mellrichstadt (64 km von Ruhla entfernt!). Das ist doch schon ganz ordentlich, nicht wahr?)

Im Pfarrhaus fanden die Kinder viel Abwechslung bei Frau Kutter und ihren Helfern, die wieder die schönsten Dinge zum Basteln und zum Spielen vorbereitet hatte: Ketten aus Naturmaterialien wurden zusammengefädelt, wer geschickt oder neugierig genug war, jonglierte ein wenig und schließlich verließen sogar noch „gezähmte oder wilde Raubtiere“ den Gemeinderaum, frisch angeschminkt von kundiger Hand :-)

GrillUnsere lieben Grillmeister versorgten schließlich die Besucher mit profihaft zubereiteten Thüringer Bratwürsten, die besonders denen schmeckten, die sich bereits zu gemütlicher Runde unter dem Pavillon zusammengefunden hatten und bei Schwätzchen, Speis und Trank bis in die Nacht zusammensaßen und die Gemeinschaft pflegten.

VortragDrinnen gab es dann aber noch einen Vortrag von Evariste Karangwa mit Bildern zu seiner in Ruanda beginnenden Arbeit und – nachdem die Musiker endlich die verstopfte Autobahn verlassen konnten – ein Konzert mit Musik aus Westafrika, welches beides von vielen Zuhörern mit Interesse und Anteilnahme aufgenommen wurde.

TouramakangUnser Gemeindefest war insgesamt eine Runde Sache. Der Erlös soll als Spende für die Kinderarbeit nach Ruanda und für den Eigenanteil eines Kleinbusses für die „Elisabethenhöhe“ nach Wutha gehen. Wir danken nochmals allen Helfern und Besuchern, die dabei waren.

StuhlUnd auch uns wurde Hilfe zuteil: Herr Bürgermeister Pietsch überreichte uns die Bewilligung für Fördermittel für die neue Bestuhlung des Seitenschiffs, bei der Herr Gustav Bergemann (MdL) aktiv mit tätig war.
Auch hier ein großes Dankeschön für die Hilfeleistung, die es uns ermöglichen wird, auch einmal im Seitenschiff für eine Veranstaltung mehr Besucher bequem zu plazieren und unsere Arbeit so vorangebracht wird.

In diesem Sinne
Auf Wiedersehen in der Concordia Kirche -                                                                   Andrea Pawlitzki