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Frauenkreis on tour
Sie sind berühmt bei allen
Naturliebhabern: die Krokuswiesen in dem kleinen erzgebirgischen Dörfchen
Drebach. Doch es ist nur eine kurze Pracht, die da im Frühjahr blüht.
Deshalb haben sich einige Frauen des Frauenkreises kurzentschlossen am
4. April 2005 auf den Weg gemacht, um dies Naturwunder zu bestaunen.
Es hat sich als richtig erwiesen, denn die schönste Blüte war wohl schon
vorbei. Und trotzdem hat sich der Ausflug noch gelohnt!
Bei
strahlendem Sonnenschein machten wir uns morgens um 9 Uhr mit Pastors
Kleinbus zu siebt auf den Weg. Rauf auf die Autobahn und ab durch die
Mitte. Zügig gings voran und bald hatten wir die Autobahnabfahrt
Hohenstein-Ernstthal erreicht.
Ab da besetzte das letzte freie Plätzchen im Bus des Pfärners
(hochdeutsch: Pfarrers) Frau Mutter.
Dann hieß es, über die Landstraßen Richtung Drebach finden, was
Umleitungen noch erschwerten. Doch wir kamen schließlich gerade um die
Mittagszeit in Drebach an.
Unsere
Hoffnung, dort Mittag halten zu können, zerschlug sich rasch: die einzige
Gaststätte des Ortes (“Erbgericht“) kann sich zwei Ruhetage in der Woche
leisten.
Nicht übel, gell?! Dort muß die Welt noch in Ordnung sein, die Gäste
massenweise strömen und jede Menge Trinkgeld hinterlassen.
Nun,
wollen wir es ihnen gönnen... Unser Problem war damit aber noch
nicht behoben: wo nun essen?
Dem HErrn sei‘s gedankt, fanden wir Richtung Scharfenstein mitten im Wald
eine offene Gaststätte, die auch Fremdenzimmer anbietet.
Gasthaus & Pension „Erholung“ nennt sie sich und bietet gute
Speisen jeden Tag der Woche (Website).
Neu
gestärkt und nach kurzem Beinevertreten vor der gastlichen Stätte ging‘s
zurück nach Drebach. Wir waren ziemlich neugierig, wie die Wiesen aussehen
werden. Wenn man davon absieht, daß die schönste Blüte schon vorüber war,
was uns durchaus bewußt war, so wurden wir durch den Umstand überrascht,
daß die Wiesen sich zum größten Teil auf eingezäunten Privatgrundstücken
befinden. Das hatten wir nicht erwartet.
Ein
wenig mindert dies das Gesamterlebnis, denn unter „Krokuswiesen“ stellt
man sich doch eher große Wiesen ohne Zäune drumherum vor.
Gleichwohl
haben wir die Blütenpracht bestaunt und den schönen Tag, die Sonne und die
gute Luft genossen.
Schön auch, daß man in Drebach (noch?) nicht diesen touristischen
Anziehungspunkt gnadenlos kommerziell ausschlachtet! Man hat noch Ehr‘ im
Leibe, wie es scheint: keine Parkgebühren, kostenlose
Info-Blätter und kein Spalier von Imbiß-Buden und ähnlichen
Unsäglichkeiten, die die Pfade zu den Krokuswiesen säumen!
Gott erhalte Euch diese Selbstlosigkeit, liebe Drebacher!
Der
Nachmittag nahte und wir mußten an die Rückreise denken. Die ist uns nicht
schwer gefallen, denn der Gedanke, in Hohenstein-Ernstthal noch eine
Kaffee-Rast einzulegen, gefiel allen.
Noch
immer strahlender Sonnenschein und warme Luft empfing uns dort. Auf der
Freiterasse der Eis-Bar „Venezia“ am Markt ließen wir uns denn auch Eis
und Kaffee munden.
Bevor wir endlich ganz die Rückreise antraten, wanderten wir noch über den
Markt zu der berühmten Brunnenfigur mit dem schönen Namen „Kalte Hedwig“.
Warum diese arme Frau zu DDR-Zeiten abmontiert war, wird wohl immer ein
Rätsel bleiben, denn sie war ja nun weder kaiserlich noch braun noch
sonstwie belastet...
 Schön
jedenfalls, daß sie nun wieder dort steht, wo sie schon so lange zuvor mit
ihrem Krug auf der Schulter auf die Leute herabschaute, die eilig oder
auch schlendernd zu ihren Füßen hin und her liefen.
Pfr. Reuther
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