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Kultur in die Kirche holen

Dankveranstaltung der evangelischen Kirchgemeinde Ruhla


Ruhla. Wie Kirche an die Kunst und ihren Ursprung im Kult erinnern kann, ist es die Kunst, die die evangelische Kirche an ihre protestantische Freiheit erinnern kann. In diesem Sinne gründete wohl Pfarrer Gerhard Reuther mit seiner evangelischen Kirchgemeinde Ruhla das Diakonie, Kultur und (Eine)Welt - Projekt (DKW) vor eineinhalb Jahren.
Besonderen Wert legte er damals in das „K“, wie er auf der jüngsten Veranstaltung betonte zu der er alle Sponsoren eingeladen hatte. Ohne sie wären die einzelnen Projekte nicht möglich geworden. So fanden seit Mai 2004 über 42 verschiedene Veranstaltungen im Seitenflügel der Winkelkirche in Ruhla statt zu denen über 3 500 Besucher in die Kirche kamen. Dazu gehörten im vergangenen Jahr Konzerte mit Gospel, Orgel, Latin Jazz, Liedermachern, Panflöte und australisch-afrikanischer Musik sowie literarische Abende bei Kerzenschein und einem Gläschen Wein. Wichtig war es dem Initiator, dass niemand aus finanzieller Not auf kulturelle Veranstaltungen und damit Lebensfreude verzichten muss. Und deshalb bat er bei vielen Veranstaltungen nur um eine Kollekte aus der meist nur die Unkosten für die Künstler und Interpreten gedeckt wurden oder eine kleine Gage gezahlt werden konnte. Einen Gewinn erzielten sie meist nicht. Aber das hindert inzwischen auch viele namhafte Künstler nicht, aus eigenem Interesse um ein Engagement in der Concordia-Kirche anzufragen. So sind für 2007 die Veranstaltungstermine bereits vergeben.
Pfarrer Gerhard Reuther hatte aber am 15.11.2006 die 19 Unternehmer der Bergstadt, die das DKW-Projekt finanziell unterstützen helfen nicht nur eingeladen, um sich bei ihnen zu bedanken, sondern, um mit ihnen zu sprechen, wie es in den nächsten Jahren weiter gehen kann. Schließlich stehe die Mehrwertsteuererhöhung vor der Tür, mit der die Befürchtung einhergeht, dass an der Lebensqualität gespart wird. Die Förderer hätten in Ruhla bewiesen, wenn jeder etwas tut, trotz knapper Mittel, könne man wieder hoffnungsvoll in die Zukunft schauen.
Seit Mitte des vergangenen Jahres wird durch sie auch mehr in das „D“, den Diakoniebereich, und in das „W“, für „Eine-Welt“, investiert.
Bei der diakonischen Arbeit sind es ehrenamtliche Helfer im Bereich Hospizdienst, die so unterstützt werden. In ihrer Freizeit begleiten diese schwer kranke Menschen und deren Angehörige im Erbstromtal. Wert möchte man im nächsten Jahr besonders auf die Ausbildung der ehrenamtlichen Mitarbeiter legen, die als Koordinator geschult und vor Ort die nächsten Helfer anleiten können.
Franziska Eichler aus MosbachEin weiterer Punkt ist die Patenschaft der Kirchgemeinde für das Behindertenheim „Elisabethenhöhe“ in Kahlenberg. Häufig sind dortige Bewohner zu Veranstaltungen in Ruhla zu Gast.
Der Erlös aus den Aktivitäten des erbstromtalweiten ökumenischen 1Welt-Kreises dieses Jahres kam einem Kinder- und Jugendzentrum in Nyagatare, Ruanda, zugute, mit dem Kindern und Jugendlichen hoffnungsvolle Perspektiven aufgezeigt werden können.
Anika Bielert aus Thal„Der Spender weiß“, so der Pfarrer, „wo das Geld hingeht“.
Gerade in der bevorstehenden Weihnachtszeit würden wieder viele dubiose Spendenaufforderungen in die Haushalte flattern. Um sicher zu gehen, dass man wirklich etwas Gutes tut, sollte man aber sich vor Ort erkundigen. Im Ruhlaer DKW- Projekt hilft man nachweisbar. Im kommenden Jahr fährt zum Beispiel der Pfarrer persönlich nach Ruanda, um sich über die Entwicklung der dort laufenden Projekte zu informieren.
Musikalisch untermalt wurde der Sponsorenabend im Winkel der Kirche durch das Gitarrenspiel von Anika Bielert aus Thal und Franziska Eichler aus Mosbach mit ihrem Saxophon. Beide besuchen die „Yamaha“-Musikschule Alexander Blume in Eisenach.


Susanne Reinhardt