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Zwei Tage, vom 10. bis zum 11. Dezember 2007 schoffierte uns unser Pfarrer
Gerhard Reuther mit den Schwestern des Frauenkreises der Evangelischen
Kirche Ruhla nach Zwönitz im Erzgebirge. Der Vormittag zeigte sich
wettermäßig freundlich und trocken, außerdem umrahmte den Himmel eine
bemerkenswerte Wolkenbildung. Im Kleinbus des Pfarrers Reuther vollzog
sich auf der gesamten Strecke eine rege Unterhaltung. Auf alle Fälle ging
es recht lustig zu, so erreichten wir ohne Komplikationen nach ca. 3,5
Std. unser Ziel, die Stadt Zwönitz im lichterreichen Erzgebirge und ich
bin sicher, der Segen von oben war bei diesen Unternehmen mit uns. Eine
anheimelnde, reizvolle Unterkunft war im „Gerber Stübl“ von unserem
Oberhaupt reserviert, ein renoviertes Fachwerkhaus. So richtig zum
Wohlfühlen ! Viel Zeit blieb allerdings nicht zum Verweilen, das
anstehende Programm, eine
Schnitzer- werkstatt mit Erzgebirgs- ausstellung und
einer traditionellen Hutzenstubn zu besuchen, ließen keine Zeit. Die
tollen Kostbarkeiten in Frank Salzers wunderbar em, urigem und
einzigartigem Haus, mit der sich anschließen- den Hutzen- stubn, wo regelmäßig
zur Weihnachts- zeit jeden Abend traditionelle Erzgebirgsabende vom Ehepaar Salzer durchgeführt werden. Terminlich sind diese Veranstaltungen total
ausgebucht, Im Übrigen stellten wir fest, dass jeder Ort im Erzgebirge ein
einziges Lichtermeer darstellt, Pyramiden, Schwippbögen, Rauchermannl,
Bergmänner von ganz groß bis winzig klein gibt es in der Weihnachtszeit zu
bestaunen. Nicht umsonst wird das Erzgebirge das Weihnachtslichterland
genannt. Das jedoch hat mit dem Bergwerk der Region zu tun.
Denn gerade im
Winter, in der lichtarmen Jahreszeit hatten die Bergleute mit viel
Dunkelheit zu kämpfen und wenn sie mit ihrem Grubenlicht aus der
Untertagearbeit an die Oberfläche kamen, war es wieder dunkel, also wurde
das Licht zum Leitthema im Erzgebirge. Der Höhepunkt unserer Kurzreise war
der Weihnachtsberg in Brümlos. Etwas Zeit verblieb uns noch, bis der
Besitzer von seinem Dienst zurückkam und wir in seinem Haus dieses
einzigartige, einmalige und herrliche Panorama bewundern konnten.
Andächtig, staunend und fast sprachlos standen wir vor diesem Kunstwerk,
der Entstehungsgeschichte und der Vertreibung aus dem Paradies, bis hin
zur
Geburt Jesu, eine Sehenswürdigkeit, die sich bereits bei der Familie
Kobel in der vierten Generation befindet. Nach dieser Faszination hatten
wir noch Gelegenheit, den Weihnachtsmarkt in Annaberg-Buchholz zu
besuchen. Immer wieder schauten und staunten wir auf d ie unzähligen
kunstvollen Schnitzereien, welche zum Kaufen einluden. Nach diesem super
interessanten Tag wurde es Zeit, nach Zwönitz ins „Gerber Stübl“ zu
fahren, wo nach einem ausgiebigen Nachtmahl, netten Gesprächen mit einem
Abendgebet ein erlebnisreicher Tag zu Ende ging. Angenehm und erholsam war
die Nacht. Ausgeruht und gut gelaunt wurde um 8.30 Uhr ein ausgiebiges,
reic hhaltiges Frühstück im „Gerber Stübl“ eingenommen, danach ging es wohl
gestärkt auf zu neuen Sehenswürdigkeiten. Und zwar steuerte Pfarrer
Reuther zur Burg Scharfenstein.
Eine mittelalterliche Burg, errichtet um
1250, diese ist einer der älte- sten Herr- schaftssitze Sachsens. Eine
krisen- reiche Zeit überstanden die Erzgebirgler nur, indem sie sich die
wunderbare Kunst des Schnitzens zu
Eigen machten und ihre landestypischen
Figuren, die weit über die Grenzen von Europa bekannt und beliebt sind,
exportieren und verkaufen konnten. Die Burg WalIenstein dient heute als
Ort für unterschiedliche Ausstellungen erzgebirglicher Volkskunst, wo
Schnitzen, Klöppeln, Basteln und vieles mehr von jedem Besucher hautnah
erlebt werden können. Kostbare Schätze sind in der historischen
Schnitzerausstellung der Burg zu bewundern, altertümliche Pyramiden,
Spinnen, Schwippbögen, Engel, Kerzen, liliputartige Puppenstübchen, wo man
am liebsten noch einmal Kind wäre, vieles gäbe es in dieser Burg noch zu
entdecken, aber das Zeitlimit ist nicht unbegrenzt. Einen darf man jedoch
in dieser Region nicht vergessen, den Robin Hood des Erzgebirges „Karl
Stülpner“ – Die Schrift bezeichnet ihn als Symbolfigur der Mächtigen, der auch zum Volkshelden ernann t wurde und auf der Burg Scharfenstein in
vielen Bildern heute noch präsent ist. Nach diesen umfangreichen und
vielseitigen Eindrücken wäre eine gute Tasse Kaffee jetzt eine willkommene
Alternative. Unser Chauffeur ist sofort bereit, nach Hohenstein Ernstthal,
dem Geburtsort von Herrn Reuther zu fahren, um im dortigen Stadtkaffee bei
Kaffee, Cappuccino, Torte und Kuchen unseren Reisetrip gebührend
abzuschließen. Nach einer Stadtrundfahrt durch Hohenstein Ernstthal, wo
Pfarrer Reuther noch vieles aus seiner Kindheit zu erklären wusste, wurde
die Heimreise leider bei starkem Regen angetreten. Gegen 17.30 Uhr hatte
uns der Heimatort Ruhla wieder. Unvergessliche zwei Tage durften wir mit
unserem Pfarrer Gerhard Reuther erleben.
Ein von Herzen kommendes „Danke“ sagen Frau Hönsch, Frau Schmidt, Frau
Schröder, Frau Brinkhoff, Frau Pinkepank, Frau Hermann und Frau Böttinger.
ibö
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