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Ruanda-Kampagne „1-2-Help“
blickt auf erfolgreiches erstes Aktionsjahr zurück


Am Reformationstag 2008 hat der Ökumenische 1Welt-Kreis im Erbstromtal mit Sitz in Ruhla auf das erste Jahr seit Beginn der Kampagne 1-2-Help + 11.111x40 € für ein Kinder und Jugendzentrum in Nyagatare, Ruanda, zurückgeblickt.

Im Februar 2007 waren 3 Mitglieder des Kreises in Ruanda gewesen, um Mitarbeiter von ASSIST-RUANDA e.V., dem ruandischen Kooperationspartner zu treffen und während einer gemeinsamen Tagung die zukünftigen Projekte und Arbeitsziele zu besprechen. Im Ergebnis dieser Tagung wurde beschlossen, das Kinder- und Jugendzentrum in Nyagatare in der strukturschwachen Region im Nord-Osten des Landes zu errichten, in dem Kinder und Jugendliche umfassende Hilfe zur Selbsthilfe bekommen sollen.

Die Besucher aus Deutschland wurden mit der Bitte verabschiedet, in Deutschland und Europa um finanzielle Unterstützung für dieses große Projekt mit einem Gesamtumfang von rund 440T Euro zu werben. Gleich nach der Rückkehr begannen die Mitglieder des 1Welt-Kreises einen Plan zu entwerfen, wie das Anliegen unter die Menschen gebracht werden kann.

Nach mehrmonatiger Vorbereitungsphase war es soweit. Am Reformationstag 2007 wurde der offizielle Startschuß für die Kampagne 1-2-Help gegeben.
Seitdem ist der ökumenische 1Welt-Kreis unermüdlich tätig, Menschen auf das Projekt aufmerksam zu machen und für Verständnis und Mithilfe zu werben. Mit unterschiedlichem Erfolg.

Doch wenn man bedenkt, daß der 1Welt-Kreis eine kleine Initiative ist, der dazu mit dem Umstand leben muß, völlig aus dem Nichts heraus angefangen zu haben, so können seine Mitglieder heute mit Dankbarkeit auf das Erreichte schauen.

Das erste Gebäude des Zentrums wurde dank der eingeworbenen Spenden bereits errichtet und hat  seinen Betrieb aufgenommen: die Bibliothek. Die erforderlichen Mittel von 12.000 Euro kamen aus Europa. Inzwischen wurden die Bauarbeiten an der Mehrzweckhalle begonnen. Auch dafür wurden die Mittel vom 1Welt-Kreis zur Verfügung gestellt.

Die Bibliothek im Juni 2008

Parallel dazu sollen nun die Arbeiten an dem Bau des Gebäudes für Schulungsräume aufgenommen werden.
Diesen Bau zu unterstützen, hat sich der 1Welt-Kreis zum nächsten Teilziel gemacht, denn er wird durch den EED (Evangelischer Entwicklungsdienst) in Bonn mit einem Viertel des Gesamtbetrages von 40.000 Euro gefördert. Das heißt, der 1Welt-Kreis muß gemeinsam mit ASSIST innerhalb eines Jahres 30.000 Euro aufbringen. Eine große, aber nicht unmögliche Aufgabe, denn seit Beginn seiner Kampagne wurden schon einmal Spenden in dieser Höhe gesammelt.
Dabei halfen 131 Einzelspender, der Afrika-Kreis Stendal, sowie Kollekten bei verschiedenen kirchlichen Veranstaltungen, Spenden von Konfirmanden-, Schul- und Gemeindegruppen sowie Firmenspenden und ein Zuschuß der kirchlichen Arbeitsstelle Eine Welt in Magdeburg. Und ASSIST-RUANDA steuerte aus dem Vereinsvermögen sowie durch Arbeitsleistungen der Jugendlichen vor Ort bei.

Gruppenbild mit SchirmherrBesonders dankbar sind die Mitstreiter des 1Welt- Kreises, daß die Kampagne von Anfang an engagierte Förderer hat, die das Anliegen nicht nur finanziell sondern auch ideell unterstützen. Dazu zählt vor allem der Landtagsabgeordnete Gustav Bergemann aus Kittelsthal, der u.a. auch den ehemaligen thüringischen MP Dr. Bernhard Vogel als Schirmherren für die Kampagne gewinnen konnte.
 
Frühzeitig hat sich auch die österreichische Schauspielerin Anna Moik-Stötzer das Anliegen zueigen gemacht und stellt bei Benefiz-Leseabenden das Projekt vor, wie letzthin in einer Kirchgemeinde südlich von Wien und am 1. November 2008 in Ruhla.

Eine weitere gute Fügung für den 1Welt-Kreis war das Zusammentreffen mit Herrn Randy Anderson aus Marysville (USA). Zum Weltgebetstag 2007 ergab sich die Gelegenheit, ihm das Projekt vorzustellen und ihn um Mithilfe zu fragen. Er ließ sich sofort begeistern und knüpfte alsbald Beziehungen zu seiner Heimatgemeinde in Kansas und darüber hinaus zum Afrikabüro von Global Ministries der Christian Church (Disciples of Christ) und der United Church of Christ in Indianapolis, das den Bau des Zentrums gefördert hat. In nächster Zeit wird Herr Anderson das Projekt in verschiedenen Kirchgemeinden seiner Heimat vorstellen und um Unterstützung bitten.

Damit wird die Absicht des 1Welt-Kreises untermauert, den Bau des Zentrums zu einer internationalen Kampagne zu machen. Hat damals 1994 die Welt weggeschaut, als in 100 Tagen 1 Mio. Menschen ermordet wurden, so ist sie heute aufgefordert, den entwurzelten Menschen in Ruanda zu einem versöhnten und selbstbestimmten Leben zu verhelfen.

Etliche Menschen sind dem Ruf des 1Welt-Kreises schon gefolgt: in Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Kanada, Österreich, Großbritannien und den USA. Menschen aus weiteren Ländern werden hoffentlich folgen.
Nicht vergessen werden sollen dabei diejenigen, die die Kampagne mit ihrer aktiven Arbeit unterstützen. Übersetzer aus Deutschland, den USA, Frankreich und Uruguay, die das Informationsmaterial in englisch, französisch und spanisch übersetzt haben, Künstler, die von ihrer Internetpräsenz auf die Website des Projektes verweisen, die Vinestreet Christian Church in Nashville (USA), die die Spenden von US-Bürgern in Empfang nimmt und direkt nach Ruanda weiterleitet.

Vor allem aber die Mitglieder des 1Welt-Kreises, die bei vielen Veranstaltungen unermüdlich mit ihrem Informations- stand anwesend sind und Besucher über die Menschen in Ruanda, ihr Leben und ihre Probleme aufklären und um Mithilfe bitten. Die auch nicht resignieren, wenn ihnen Unverständnis oder gar Ablehnung entgegengebracht wird. Ohne ihr Engagement wären wir heute nicht dort, wo wir stehen: in einem stetigen und hoffnungsvollen Prozeß, den der 1Welt-Kreis mit seinem Kooperationspartner ASSIST-RUANDA a.s.b.l. und den vielen Förderern aktiv vorantreibt, damit eines - hoffentlich nicht fernen - Tages das Zentrum errichtet sein und seine Tätigkeit in vollem Umfange tun wird.

Pfarrer Gerhard Reuther, Ruhla - Leiter des Ökumenischen 1Welt-Kreises im Erbstromtal