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Reisebericht des Ökumenischen 1Welt-Kreises

Ruanda vom 26. Januar – 12. Februar 2011
von Randell K. Anderson • Übersetzung: Gerhard Reuther


Mittwoch, 26. Januar 2011

Wir sind drei Mitglieder des 1Welt-Kreises: Pfarrer Gerhard Reuther, Dr. Jens Moor und das US-amerikanische Mitglied Randy Anderson.
Wir kamen 12 Uhr in Kigali, Ruanda, an und wurden von Emmanuel Shamakokera, Gründungsmitglied von ASSIST und Dr. Evariste Karangwa begrüßt.
Nach einer langen Reise von 21 Stunden nahm Gerhard Quartier bei Evariste und Jens und Randy bei Emmanuel. Danach nahm Emmanuel Randy und Jens mit in das Büro von ASSIST und stellte sie den Mitarbeitern vor. Das Büro befindet sich im ersten Stock und hat 2 Räume.
Anschließend besuchten wir eine geschäftige Kooperative, die Kleinkredite vergibt. Wir gingen an vier Schaltern vorbei, an denen Kunden Darlehen zurückzahlten.

Donnerstag, 27. Januar 2011
Jens in front of the ASSIST headofficeUm 9 Uhr trafen sich Emmanuel, Gerhard, Jens und Randy im Büro von ASSIST.
Emmanuel stellte eingehend das Konzept und die geplante inhaltliche Arbeit des Kinder- und Jugendzentrums in Nyagatare vor und wie es sich seit 2007 entwickelt hat.
Die bereits im Betrieb befindliche Bibliothek und die nahezu fertige Berufsschule haben die Aufmerksamkeit der nahegelegenen Technischen Universität von Nyagatare auf sich gezogen.
Emmanuel zeigte dem 1WK (1Welt-Kreis) den kompletten Geschäftsplan, der der ruandischen Bank für Entwicklung (BRD) präsentiert worden war. Er war stolz auf den Plan, denn die Bank hatte ihn anerkannt und daraufhin das beantragte Darlehen gewährt.
Der Plan beinhaltet die Fertigstellung der Berufsschule und die Errichtung von Unterkünften für 700 Lehrlingen und Studenten. Alle Räumlichkeiten, die von der Uni mit benutzt werden, erzielen Mieteinnahmen, die helfen werden, das Zentrum zu vervollständigen und zu unterhalten.
Es wurde deutlich, dass sich die Aktivitäten des 1WK nun auf das Sammeln von Spenden für den Eigenanteil von 12.000 Euro konzentrieren müssten, der zur Gesamtfinanzierung dieses Bauabschnitts erforderlich ist.
Anschließend fuhr die Gruppe nach Nyagatare. Auf der 2 ½ stündigen Reise sahen wir unzählige Fußgänger und schwer mit Bananen, Baumaterialien, großen Wasserkanistern oder Milchkannen beladenen Fahrrädern.
Wir mieteten und für drei Nächte im Blue Sky Hotel ein. Der nächste Tagesordnungspunkt war ein Treffen mit dem englischen Philip Brierley, Rektor der Technischen Universität Nyagatare. Er brachte seine Freude über die Partnerschaft zwischen ASSIST, dem 1WK und der Uni zum Ausdruck. Es war wichtig zu hören, dass er den Plan bestätigte, den Emmanuel uns am Morgen vorgestellt hatte.

Freitag, 28. Januar 2011
Drei 1Welt-Kreis Mitglieder beim Besuch in Nyagatare, Februar 2011At the construction siteEmmanuel begann mit dem 1WK den Tag mit einem Be­sich­ti­gungsrundgang auf dem Gelände des Zentrums und erklärte von verschiedenen Standorten aus anhand des Bauplanes, welche Gebäude künftig an welcher Stelle stehen werden. Die Erläuterungen wurden mit Fotos und auf Video festgehalten.
In der Bibliothek ergab sich Gelegenheit mehrere Jugendliche zu sprechen. Die Bibliothek wird häufig zum Lernen genutzt, da sie genug Ruhe bietet. (Anm.: Öffnungszeiten sind von Mo.-Sa. von 8-16 Uhr. Verantwortlich ist Herr Apollo, ein Mitarbeiter von ASSIST, der vor Ort lebt.) Wir fragten die Studenten, was ihrer Meinung nach noch in der Bibliothek gebraucht wird, damit sie ihnen optimale Hilfe geben kann.
Der Rohbau der Berufsschule ist größer als ich dachte. Er besteht aus fünf großen Räumen. Die Uni wird für ihre Zwecke auch Räume mieten (Anm.: Der Lehrbetrieb erfolgt in Ruanda durchgängig in zwei Schichten).
Die nächsten Besuche galten zwei Projekten von ASSIST, der Manufaktur für Kernseife, flüssiges Reinigungsmittel, Kreide und Kerzen, sowie einer Schneiderei.
Der Ugander Fred ist der Leiter der Manufaktur. Er erzählte, dass die hohe Qualität der Produkte so viele Bestellungen ausgelöst hat, dass sie mit der Produktion nicht hinterher kommen. Die Kunden kommen selbst aus dem 150 km entfernten Kigali. In der Schneiderei wurde gearbeitet. Sie haben sechs alte Nähmaschinen und eine Strickmaschine zur Verfügung.

Sonnabend, 29. Januar 2011
Carpenter manufactureDie drei 1WK-Mitglieder machten an diesem Vormittag einen ausgedehnten Spaziergang in Nyagatare und Umgebung. Sie trafen Schweißer, Ladenbesitzer, Tischler, Studenten, Militär- und Polizeiangehörige und natürlich eine Menge neugierige Kinder.
Inmitten der wunderschönen Landschaft begegnet man einer extremen, unbeschreiblichen Armut. Jeder hat seine eigene, tragische Geschichte von Leiden und Verlust von Familien­angehörigen.
Und doch lebt unter dem Schleier diesen allgemeinen Trübsal ein Geist gemeinsamer Hoffnung auf eine gute Zukunft. Mit Emmanuel fuhren wir am Nachmittag an den nahegelegenen Fluß. Entlang der Straße liefen unzählige heimkehrende Schulkinder.
An einer schattigen Brücke erregten die weißen Besucher großes Aufsehen. Jens machte Fotos mit seiner Digitalkamera und zeigte sie den begeisterten Kindern auf dem Display. Randy inszenierte eine Stegreif-Unterrichtsstunde in dem er die Kinder auf englisch zählen ließ.
Gerhard erkundigte sich bei Einzelnen, welche Hoffnungen und Träume sie haben.
Am Abend waren die 1WK-Mitglieder zu einem Treffen mit Universitätslehren und -angestellten eingeladen. Gemeinsam unternahmen wir eine Wanderung, die einzigartige Ausblicke nach Uganda und Tanzania gewährte. Anschließend traf man sich zu gemeinsamem Essen, Trinken und Tanzen.
Das war ein Ereignis, das die Partnerschaft zwischen ASSIST, 1WK und der Uni weiter festigte.

Sonntag, 30. Januar 2011
meeting with the Nyagatare mayorDer Tag begann mit einem Treffen mit dem Bürgermeister von Nyagatare, Fred Sabiti. der sich gerade im Wahlkampf befand. Er wurde über das Zentrum informiert und die Rolle, die der 1WK bei seiner Verwirklichung spielt. Das Zentrum passt mit seiner Konzeption perfekt zu den Vorstellungen des Bürgermeisters über landwirtschaftliche, Bildungs- und Tourismuspläne.
1994 lebten 50.000 Menschen im Kreis Nyagatare, heute sind es ca. 400.000.
Herr Sabiti wünscht sich eine Städtepartnerschaft mit Ruhla.
Gerhard und Jens besuchten nach der Rückkehr nach Kigali zwei Patenkinder namens Prince und Praise.
meeting with Mr. MutabingwaAm Abend war ein Treffen mit Alloyz Mutabingwa, Stellvertretender Generalsekretär für Infrastruktur und Planung bei der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC), anberaumt. Die Ostafrikanische Gemeinschaft ist in ihrer Struktur etwa vergleichbar mit der EU und es gehören fünf afrikanische Staaten dazu (Burundi, Ruanda, Kenia, Uganda, Tansania). Herr Mutabingwa ist ebenso verantwortlich für Jugendentwicklung und sagte, daß die Arbeit von ASSIST und 1WK gut zu den Plänen der EAC passt. Er ermutigte ASSIST, von den lokalen Behörden in Nyagatare zusätzliches Bauland zu erbitten, um die gesetzten Ziele verwirklichen zu können.

Montag, 31. Januar 2011
Sponsored children with visitorsBesuch von drei Patenkindern an der Maranyundo Schule in Nyamata. Sie gaben Auskunft über ihre Fortschritte an der Schule und bekamen Geschenke, die ihre deutschen Pateneltern mitgegeben hatten.
Anschließend besuchten wir die Gedenkstätte für den Völkermord von 1994. In dieser Kirche suchten 10.000 Menschen Zuflucht vor ihren Verfolgern, doch sie wurden abgeschlachtet und fanden einen grausamen Tod.
Im Gedenken daran sind die blutdurchtränkten Kleidungs­stücke der Opfer auf den Kirchenbänken verteilt.
Hinter der Kirche befinden sich begehbare Gruften, in denen die Schädel und Knochen der Opfer beigesetzt sind. Einige Opfer wurden identifiziert und ihre Namen auf die Schädel geschrieben.
Nach Kigali zurückgekehrt, besuchten wir eine Mutter und ihre Tochter. Sie bekamen die Geschenke ihrer Pateneltern überreicht. Mutter und Tochter gehen beide noch zur Schule.

Dienstag, 1. Februar 2011
Memorial NyamataHeute waren Gespräche mit ASSIST anberaumt: welche Entwicklung und Fortschritte hat es beim Bau des Zentrums in Nyagatare gegeben, welche Probleme waren zu bewältigen, welche Veränderungen hat es im Gesamtplan gegeben, Informationen zu dem von ASSIST beantragten Darlehn. Dazu wurden spezielle Fragen vom Afrikakreis Stendal erörtert.
Das Treffen fand im Büro von ASSIST statt. Anwesend war auch der ASSIST Mitarbeiter Herr Hilary Musabyimana.
Gerhard begann mit einer Lesung aus Epheser 6, 18 und Matthäus 20, 28 und nahm Bezug auf die Arbeit, die ASSIST und der 1WK gemeinsam tun.
Randy informierte Hilary über die bisherigen Aktivitäten der Besuchsreise.
Gerhard leitete die folgende Diskussion. Über alle besprochenen Themen wurde Einigkeit erzielt und Vereinbarungen getroffen. Gerhard betonte, dass das Patenschaftsprogramm mehr als nur finanzielles Engagement beinhaltet. Ebenso gehört dazu die ganzheitliche Fürsorge der Patenkinder, die Einbeziehung der Familien in die Begleitung, regelmäßige Besuche, Zuhören.

Mittwoch, 2. Februar 2011
Treffen mit Dr. Laurien Nyabienda, Vorsitzender der „Association Rwandaise Pour Le Bien-Etre Familial a.s.b.l.“ (ARBEF) und Besuch bei „Solace Ministries“, einer lokalen NGO, die sich um Waisen kümmert.
Am Nachmittag Besuch bei einem Patenkind.

Donnerstag, 3. Februar 2011
School in NyagatokiVormittags Besuch bei einem Patenkind in Kigali.
Anschließend reiste die Gruppe nach Ruhengeri um ein Patenkind in einem nahegelegenen Dorf zu besuchen.
Der Parlamentarier Honorable Dr. Gabriel Semasaka begleitete die Gruppe auf dieser Reise.

Freitag, 4. Februar 2011
An diesem Tag besuchten wir das Patenkind zu Hause und ebenso seine Schule. Bei dieser Gelegenheit konnten wir auch den Lehrer des Jungen sprechen.
Ferner besuchten wir ein Mädchen und erkundigten uns über sein Lebensumfeld. Besucher aus Deutschland trafen sie zufällig im Oktober 2010 während einer Urlaubsreise. Sie hatten den 1WK gebeten, das Mädchen ausfindig zu machen, weil sie es damals um Hilfe gebeten hatte.
Nachmittags traten wir die Rückreise nach Kigali an.

Sonnabend, 5. Februar 2011
Freier Tag.
Abends trafen sich Gerhard, Randy, Emmanuel und Evariste zum Abendessen. Man unterhielt sich über das Patenschaftsprogramm. Später kam auf unsere Einladung eine 35 Jahre alte verheiratete Frau dazu, die wir kennen gelernt hatten. Sie ist Mutter von vier Kindern und Alleinverdiener in der Familie. Mit ihrem bescheidenen Einkommen muß sie auch die Ausbildung ihrer Kinder finanzieren.

Sonntag, 6. Februar 2011

GerhardRandy and church staffGerhard und Randy nahmen an einem dreistündigen Gottesdienst in der Agape Community Kirche teil. Es war Gerhards zweiter Besuch in dieser Kirche. Er sang drei Lieder mit der Gemeinde und begleitete sie dazu auf der Gitarre. Dann sprach er ein Grußwort, welches Randy ins Englische und Pfarrer Anastase anschließend in Kinyarwanda übersetzte.
Am Ende des Gottesdienstes wurde ein Gesang von einer CD, den Gerhard zwei Jahre zuvor mit dem Kinderchor der Kirche aufgenommen hatte. Es war für die Gottesdienstbesucher eine Freude, die Stimmen ihrer Kinder zu hören.
Den Nachmittag verbrachte Gerhard in Anastases Familie.

Montag, 7. Februar 2011
Mrs. Kayongas kindergarten in GahiniAn diesem Tag besuchten wir Gahini.
In diesem Dorf gibt es einen 1-Raum-Kindergarten mit gestampften Fußboden, den etwa 50 Kinder besuchen. Er ist das Lebenswerk von Frau Kayonga, die sich ganz den Kindern ihres Dorfes gewidmet hat. Gerhard und Randy verbrachten den Vormittag damit, sie und die Kinder zu besuchen und den Unterricht mitzuerleben. Sie überreichten Frau Kayonga eine Spende von deutschen Schülern. Frau Kayonga bekommt keine andere Unterstützung als gelegentlich eine einzelne Spende und eine kontinuierliche Spende von Schülern aus Deutschland, die ein Teil ihres Taschengeldes den Kindern in Gahini spenden.
 

Das ist vorbildlich!
 

Anschließend besichten wir das Patenkind R. Ihr Lehmhaus steht in einem gepflegten Grundstück. Der Fußboden des Hauses besteht aus gestampfter Erde. R. hat ihr eigenes kleines Gewerbe begonnen. Sie bestickt Tischtücher. Randy hat eines davon gekauft. Er war ihr zweiter Kunde.
Schließlich besuchten wir noch ein Patenkind in seiner Schule, die sich ebenfalls in Gahini befindet. Nach unserer Rückkehr nach Kigali trafen wir uns abends zum gemeinsamen Essen bei lockerem Gespräch.

Dienstag, 8. Februar 2011
Gerhard verbrachte den Tag mit Besuchen bei Patenkindern, insgesamt drei.
Der erste Besuch galt einer Frau, die als gutes Beispiel für das Gelingen des Patenschaftsprogramms angesehen werden kann. Sie ist Überlebende des Völkermords. Damals mußte sie die Ermordung ihres Onkels mit eigenen Augen ansehen.
Jetzt ist sie verheiratet und hat einen Sohn. Zusammen mit ihrem Mann betreibt sie einen mäßig gehenden Laden für Autoersatzteile.
Der nächste Besuch galt S. Sie ist 20 Jahre alt und lebt in Nyarungenge, einem Stadtteil Kigalis. Ihre Eltern starben 1996 und so ist die Familie zu einer „Kinderfamilie“ geworden, in der vier Jungen und vier Mädchen leben. Drei davon befinden sich im Patenschaftsprogramm.
Wir haben festgestellt, dass es u.U. ein Problem gibt, wenn Schüler an eine Internatsschule wechseln. Dann reicht der Patenschaftsbetrag mitunter nicht mehr aus.
Der letzte Besuch war sehr traurig. Es handelt sich um eine Familie, deren Oberhaupt eine an AIDS erkrankte Mutter ist. Sie hat drei Kinder und dazu noch ein Waisen-Mädchen, das sie aus Barmherzigkeit in die Familie aufgenommen hat. Der Vater der Kinder verließ die Familie nach der Geburt der Zwillinge, die durch seine Schuld mit der AIDS-Infektion auf die Welt gekommen sind. Das älteste Kind ist im Patenschaftsprogramm.
Beim Abschied bat die Mutter darum, dass sich ASSIST um die Kinder kümmern möge, wenn sie stirbt.
Abends trafen wir zum gemeinsamen Essen zusammen und ließen den Tag Revue passieren.

Mittwoch, 9. Februar 2011
In Kigali gibt es eine Schule namens Primary School Kimironko II. Die 700 Schüler sind Vollwaisen. Gerhard besuchte diese Schule auf Empfehlung von Emmanuel und überreichte Stifte und Schreibhefte.
In der Zwischenzeit besuchte Randy die Gisozi Völkermordgedenkstätte in Kigali.
Sie ist nicht nur eine Ehrung der ermordeten Tutsis, sondern auch eine Mahnung angesichts des Wahnsinns der Völkermorde aus Vergangenheit und Gegenwart.

Ongoing construction work of the Vocational Training rooms in NyagatareDonnerstag, 10. Februar 2011
Gerhard fuhr zum zweiten Mal mit Emmanuel nach Nyagatare, um den Baufortschritt nach Wiederaufnahme der Bauarbeiten an der Berufsschule zu begutachten.
Die Fortschritte innerhalb einer knappen Woche waren deutlich erkennbar und wir gehen davon aus, das Gebäude innerhalb eines Monats fertiggestellt wird.

Freitag, 11. Februar 2011
Mr. Shamakokera, Mr. Anderson, Pastor Reuther (f.l.t.r. during the press meetingFür heute war ein Presse­ter­min vereinbart worden. Gerhard, Randy und Emmanuel saßen den Pressemitarbeitern von New Times Rwanda und Izuba gegenüber und beantworteten ihre Fragen. Die brennendste Frage war, wie es kommt, daß der 1Welt-Kreis sich so von vielen großen Hilfsorganisationen unterscheidet, die ins Land kommen, große Versprechungen machen und dann auf mysteriöse Weise wieder verschwinden? Später kam das ruandische Fernsehen dazu. (Anm.: Die Sendung wurde lt. Information von Emmanuel am 19.Februar 2011 ausgestrahlt)
Die Zeitungsreporter stellten erneut ihre Fragen vor laufender Kamera und wir hatten Gelegenheit, noch einmal Auskunft über Inhalt und Ziele unseres Engagements zu geben.

Sonnabend, 12. Februar 2011
Farewell partyDer letzte Tag unseres Besuches bot noch einmal Gelegenheit zu einem abschließenden Treffen mit dem Vereinsvorstand von ASSIST. Anwesend waren Emmanuel, Innocent, Abraham, Aline, Hilary und Gerhard und Randy.
Von beiden Seiten wurde Dankbarkeit bekundet. Gerhard dankte im Namen der 1WK-Mitglieder für die großzügige Gastfreundschaft und bat im Interesse der gemeinsamen Arbeit um beständige und gute Kommunikation.
Ferner wurden die nächsten Schritte besprochen, die sowohl hinsichtlich des Patenschaftsprogramms als auch des Kinder- und Jugendzentrums zu gehen sind, damit es langfristig unabhängig und selbständig arbeiten kann.
Emmanuel sagte uns, daß er sich die Unterstützung von Ehrenamtlichen aus Europa und anderen Ländern mit Sachkenntnis auf den Gebieten Bau, Rechnungswesen und Spendenwerbung wünscht.
Nachdem der Projektrahmen sich erweitert hat, bedarf es Förderer mit Weitblick.
Bevor die 1WK Delegation Abschied nahm, trafen sich noch einmal alle, die in den zurückliegenden Wochen unserer Reise eine Rolle gespielt hatten, zu einem gemeinsamen Abendessen.
Um Mitternacht hieß es schließlich „Auf Wiedersehen“ auf dem Kigali International Airport.


Persönliche Gedanken - Epilog
 

Dies war mein erster Besuch in Ruanda. Ich werde wiederkommen.
Ich kam in Kigali an als der Randy Anderson, wie ich ihn kenne.
Ich verließ Kigali als ein anderer Mensch: bewußter und dankbarer für mein gesegnetes Leben.
Ich kannte den Begriff „Kulturschock“. Jetzt WEISS ich, was ein Kulturschock ist!
Ich kannte den Begriff „Dritte Welt Land“. Jetzt habe ich ein „Dritte Welt Land“ aus eigener Erfahrung ERLEBT!
Ich kannte das Wort „Armut“. Jetzt WEISS ich, was Armut ist.
Ich kannte den Begriff „Völkermord“. Jetzt WEISS ich, was in den Herzen und Gedanken der Opfer vorgeht.
Ich kannte das Wort „Hoffnung“. Jetzt kenne ich die wahre Bedeutung von Hoffnung, Einigkeit, Vision, Hingabe und positive Erwartung. Ruanda ist ein Phoenix aus der Asche. Es ist ein Land, in dem die Bewohner von einer leuchtenden Zukunft überzeugt sind. Ihre Einheit ist auf der gemeinsamen Trauer über den Völkermord von 1992 gegründet. Und ihr Sinn für Einheit ist die Saat für das Wohl aller. Es ist wirklich einzigartig, diese Vision in den Augen der Ruander zu sehen. Stell dir vor, welch eine Erfahrung das ist, eine ganze Nation zu erleben, die Hand in Hand geht mit einem Ziel vor den Augen.
Es war eine bewegende Erfahrung.
 

Der 1Welt-Kreis wurde jetzt öffentlich als ein vertrauenswürdiger Partner bei dem Wiederaufbau des Landes in Ruanda wahrgenommen .
Der 1Welt-Kreis ist nun dank der nationalen Medien bekannt.
Sie als Spender mögen vielleicht nicht die Bedeutung erfaßt haben, die Ihre Spende hat. Jetzt wissen Sie es.
Die Kooperation mit ASSIST-Ruanda hat beeindruckende Erfolge gezeitigt und der erzielte Fortschritt ist deutlich nachvollziehbar.
Der Traum von ASSIST und Pfarrer Gerhard Reuther von einem Kinder- und Jugendzentrum in Nyagatare beginnt Wirklichkeit zu werden, und findet sogar Beachtung bei der Ostafrikanischen Gemeinschaft, die mit der EU vergleichbar ist.
 

Ich ermutige Sie, etwas Außergewöhnliches in Erwägung zu ziehen, ja, etwas Außergewöhnliches!
Reisen Sie mit der nächsten Delegation des 1Welt-Kreises nach Ruanda. Das wird Ihr Leben bereichern!

Randell K. Anderson, Marysville, KS, USA - Mitglied des Ökumenischen 1Welt-Kreises im Erbstromtal (Ruhla, Thüringen, Deutschland)