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Erzgebirgsflair statt Weihnachtsstress


Wenn sich so manche Menschen dem Weihnachtswahnsinn im Kaufrausch und den Vorbereitungen für die Feiertage hingeben, hier hatten die Frauen vom Frauenkreis der Evangelischen Kirchgemeinde aus Ruhla eine weitaus bessere Idee. Wie schon des öfteren war bereits bei unserem Pastor Gerhard Reuther die gesamte Ausfahrt in das weihnachtliche Erzgebirge wunderbar organisiert und vorbereitet. Und so ging es am 20.12.2013 gegen 9.30 Uhr nach dem Reisegebet mit zwei Fahrzeugen, bestückt mit acht Gemeindegliedern, inklusive der zwei Chauffeure in Richtung Erzgebirge. Erstmal noch eine Weile durch unser schönes, wenn auch nicht winterliches Thüringer Land.
Um 12.45 Uhr rollten die Fahrzeuge in Niederwürschnitz ein. Bis zur ersten Sehenswürdigkeit war es noch Zeit, daher wurde erst noch eine deftige Mahlzeit im Restaurant „Zur Tenne“ eingenommen, bevor unsere Gruppe den herrlichen und faszinierenden Weihnachtsberg in Niederwürschnitz besuchte.
Seit 1892 bestand erst einmal ein kleiner Weihnachtsberg, 100 Jahre später entstand durch Niederwürschnitzer Heimatfreunde der größte Schatz erzgebirgischer Volkskunst. Der große orientalische mechanische Weihnachtsberg, der letztmalig 1935 in seiner Größe von 40 qm der Öffentlichkeit gezeigt wurde, war nach 50 Jahren Ruhezeit und vielen Umlagerungen in einem Zustand, wo trotz mehrfacher Ansätze sich niemand fand, dieses phantastische Kunstwerk zu restaurieren und in Bewegung zu setzen und für die Besucher bewundernswert zu gestalten.
Einigen Männern vom Weihnachtsbergverein ist es zu verdanken, dass dieser kostbare Schatz wieder zum Leben erweckt worden ist und zahlreiche Menschen freuen sich, so wie die Gruppe aus Ruhla/Th., dieses grandiose Kunstwerk zu bestaunen, wo die biblischen Ereignisse, sei es die Geburt Jesu, das letzte Abendmahl oder die Kreuzigung bis zur Auferstehung Jesu, um nur einige zu nennen, für mich selbst immer wieder ehrfurchtsvolle Bilder für Herz und Seele sind.
Es gab noch weitere Sehenswürdigkeiten, denn in Rechenberg-Bienenmühle gab es einen speziellen Häuslebauer. Dieser war mit seiner hervorragenden Schnitzkunst weit über das Erzgebirge bekannt. Kleine aber feine Schnitz-Kunstwerke, Klöster, Kirchen, Sterne und vieles mehr zeugten von einer präzisen Schnitzperfektion.
Natürlich wurden auch einige Souveniers gekauft, dann war es Zeit unser Hotel „Zur Dammühle“ in Lengefeld aufzusuchen. Daselbst gab es nach dem Abendbrot noch einen Hutznohmd, aber ein wunderbarer Tag mit vielen interessanten Sehenswürdigkeiten ging zu Ende.
Gut ausgeschlafen und nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren Pf. Reuther und im 2. Fahrzeug seine Frau Andrea Reuther zum Stickereimuseum nach Eibenstock am Auersberg. Hier wurde uns präsentiert wie heute mit viel Geschick und Können, wenn auch maschinell, die feinsten Spitzen entstehen, auch da eine richtige Augenweide, welche die Eine oder Andere zum Kaufen animierte.
Weiter ging es nach Carlsfeld zu einer der reizvollen Rundkirche, welche wohl als Vorlage für die Frauenkirche in Dresden gedient haben soll, für uns alle eine wohltuende Sehenswürdigkeit.
Sogar eine Winterlandschaft konnten wir hier erleben und immer und überall die riesengroßen geschnitzten Pyramiden, jedes Fenster der Häuser mit leuchtenden Schwippbögen. Es ist eben ein Weihnachtsland. Und weil sich vom vielen Schauen der Hunger meldete, begab sich unsere Gruppe in das örtliche Restaurant „Zum Hirschkopf“ in Carlsfeld, um ein schmackhaftes Mittagsmahl einzunehmen. Der Nachmittag des 21.12.13 war einem Hutzenobend in Zwönitz gewidmet. Und dieser sollte sich als ein Höhepunkt unserer Kurzreise herausstellen. Denn was uns da geboten wurde, war einfach regionstypisch erzgebirgisch, eben ein Originaler Hutznohmd mit der gesamten Familie Salzer aus Zwönitz und dem humorvollen Erich Mehlhorn, Brotzeit und Getränke inklusive.
Unvergeßlich waren diese Stunden bei Gesang, Gedichten, Geschichten, lustigen Vorträgen, alles in allem ein bleibendes Erlebnis. Jedoch auch der allerschönste Abend geht einmal zu Ende und es hieß Rückfahrt in die Dammühle.
Sonntagmorgen, nach dem Frühstück besuchten wir den Gottesdienst in Schwarzenberg, welcher durch den Gesang der Kurrende und einer zu Herzen gehenden Predigt bereichert wurde. Nach diesem letzten Erlebnis hieß für die Gemeindeglieder aus Ruhla die Heimreise anzutreten, doch nicht ohne vorher noch ein schmackhaftes Mittagsmahl in Hohenstein-Ernstthal in der Gaststätte „Zur Post“ einzunehmen.
Von Herzen sagen alle Mitreisenden Dank, und das sind Frau Hönsch, Frau Brinkhoff, Frau Hermann, Frau Schulze mit ihrer Schwester Gerlinde, Frau Böttinger, an Pfarrer Gerhard Reuther und an Andrea Reuther für die kurze aber sehenswerte Reise in das weihnachtliche Erzgebirge.
                                                                                                                                      Ilse Böttinger