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15 Jahre "Kultur im Winkel" - Ein seltenes Instrument neu entdeckt!


Einen weiten musikalischen Bogen vom mittelalterlichen deutschen Liebeslied bis zum schottischen Lied "Auld Lang Syne" spannte am vergangenen Samstag der Autoharpsinger, Alexandre Zindel, bei seinem Konzert in der St. Concordia-Kirche.
Doch zunächst ergriff Bürgermeister Dr. Slotosch das Wort, und würdigte die Konzertreihe "Kultur im Winkel", die in diesem Jahr ihr 15jähriges Bestehen feiert, als wertvollen Beitrag zum kulturellen Leben in unserer Stadt und der Region, und dankte dem Organisator der Reihe, Pfr Reuther, für sein ungebrochenes Engagement.
Dann erklangen die ersten Töne der Autoharp, die eigentlich in Deutschland als Volkszither erfunden wurde, hier aber keine Verbreitung fand, und zogen die Zuhörer sogleich in ihren Bann.
Auf angenehme und leicht humorige Art stellte der "einzige professionell tourende Autoharpspieler und Sänger in Deutschland", Alexandre Zindel, das Instrument und seine Geschichte vor, die, wie er sagte, eine Kriminalgeschichte in sich birgt, und verband auf diese Weise harmonisch die einzelnen Musikstücke mit Erläuterungen zu ihrer Herkunft und Anekdoten rund um das Instrument.
Zu letzteren gehört die Geschichte über die Verbreitung des Instruments. Ein in den USA lebender deutscher Auswanderer sah bei einem Besuch in der alten Heimat das Instrument und stahl die Idee, nahm sie mit in die USA und baute die Volkszither nach, nun unter dem Namen Autoharp. Dort fand sie schnell Verbreitung, während sie im Ursprungsland weitgehend unbekannt blieb.
Der volle Klang des Instruments erfüllte die Kirche, deren Akustik Herr Zindel sehr lobte, und nahm die Besucher mit auf die Reise in das Reich von Volkslied, Chanson und Folkmusik.
Mit seiner angenehmen Baritonstimme sang Zindel von Liebesfreud' und -leid und Abschied und Wiederseh'n. Wie im Fluge verging die Zeit und nur zu bald erklang das letzte Lied.
Doch der Applaus der begeisterten Zuhörer wollte nicht abreißen und nötigte Herrn Zindel zu mehreren Zugaben, bevor er vom Publikum entlassen wurde.
Im Anschluß an das Konzert konnten die Konzertbesucher mit dem Künstler ins Gespräch kommen und sich das Instrument aus der Nähe betrachten. In seinen Abschiedsworten dankte Pfarrer Reuther dem seit 2004 über 18.600 Besucher zählenden Publikum für seine Treue zu der Kulturreihe, den Künstlern von allen Erdteilen für ihre berührenden und qualitätsvollen Konzerte, und schließlich den Sponsoren, die im Laufe der Jahre dazu beigetragen haben, daß die Reihe seit 15 Jahren erfolgreich läuft.