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Rund um das Kirchenjahr

Heilige Concordia / Gedenktage der Apostel – Bartholomäus


Heilige Concordia (13. August)


Unsere Kirche heißt St. Concordia-Kirche. Die Bezeichnung „Concordia“ kennen viele als Bezeichnungen für Sport-, insbesondere Fußballvereine, aber auch Versicherungen, Universitäten, Städte und Theater tragen diesen Namen. Der Begriff „Concordia“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Eintracht“. Auch unsere Kirche trägt wegen dieser Bedeutung ihren Namen, entstand sie doch aus einem Streit zwischen den Bewohnern der Teile des früher geteilten Ruhla um die Nutzung einer zu kleinen Kirche. Dieser Streit wurde durch den Bau der St. Concordia-Kirche geschlichtet.
Vor dem „Concordia“ steht bei unserem Gotteshaus ein St. für Sankt. Doch wer ist diese Heilige Concordia?

Das Leben des Heiligen Concordia ist mit dem Leben des Heiligen Laurentius verbunden, die beide im dritten Jahrhundert lebten. Während dieser Zeitperiode erfuhr die Kirche große Verfolgung durch den grausamen Kaiser Valerian. Die Tradition sagt, dass der Heilige Laurentius seinen Gefängniswärter Hippolytus zum christlichen Glauben bekehrte und taufte. Ebenso Concordia, die die Amme von Hippolytus gewesen war. Sie bekehrte sich ebenfalls zum christlichen Glauben und wurde dafür mit bleibestückten Geißeln zu Tode gepeitscht und anschließend enthauptet. Ihr Körper wurde auf einen Abfallhaufen geworfen, später aber von den Heiligen Irenäus und Abundius neben ihrem Ziehsohn Hippolytus beigesetzt.
Heute gilt die Heilige Concordia als Schutzpatronin von Kinderpflegerinnen und allen diejenigen, die sich um kleine Kinder sorgen.

Bemerkenswert ist vielleicht auch, daß der Gedenktag der Hl. Concordia der 13. August ist. Ein Datum, welches uns allen durch den Bau der Berliner Mauer in Erinnerung ist. Die, welche sie 1961 errichten ließen - obwohl niemand die Absicht hatte dies zu tun -, werden bei der Wahl des Datums wohl kaum an Concordia gedacht haben.
Deutschland ist nun schon seit 1990 wiedervereinigt, Berlin wieder eine Stadt und auch Ruhla ist seit 1921 nicht mehr geteilt …


Patronin:

stillende Mütter, Ammen und Kinderpflegerinnen

Quellen: heiligenlexikon.de, concordiacatholicchurch.com, ocafs.oca.org


Gedenktage der Apostel – Apostel Bartholomäus (24. August)

BartholomäusAufgrund eines Vergleiches der Apostelverzeichnisse in den synoptischen Evangelien und in Johannes (Markus 3, 18 Par; Johannes 1, 45ff; 21, 2) ist man zu dem Schluß gekommen, dass Bartholomäus und Nathanael ein und derselbe sein dürften. Dann wäre Nathanael (= Gottesgabe) sein Vorname und Bartholomäus (= Sohn des Tholomäus) sein Nachname. Er stammt aus Kana und ist vermutlich Fischer.

Nathanael hatte die Predigt Johannes des Täufers gehört und wartete auf den Trost Israels, wohl wissend, dass dieser aus Bethlehem kommen müsse. Daher antwortete er auf die Aussage seines Freundes Philippus, Jesus von Nazareth sei der Messias: „Was kann aus Nazareth Gutes kommen?“ (Johannes 1, 46).

Die Begegnung mit Jesus, der ihm ins Herz zu schauen vermochte, lässt ihn deutlich erkennen: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!“ (Johannes 1, 49)

Als Apostel wird er wohl namentlich in den Apostelreihen genannt, aber berichtet wird über ihn nur im ersten und letzten Kapitel des Johannes-Evangeliums.
Nach Pfingsten verkündete Bartholomäus der Überlieferung nach den Glauben in Persien, möglicherweise auch in Indien, wo er demnach eine hebräische Abschrift des Matthäus-Evangeliums hinterließ. Legenden weisen ihm auch die Verbreitung des Evangeliums in Ägypten und Armenien zu, er heilte Kranke und Besessene.

Demnach wurde Bartholomäus eines Tages zum König Polymios von Armenien gerufen. Als er dessen besessene Tochter geheilt und den König besucht hatte, wobei er durch verschlossene Türen kam, bekehrte sich der König und mit ihm das ganze Königshaus zum Christentum.
Polymios ließ ein Götzenbild niederreißen, aus dem ein böser Geist sprach; der von Bartholomäus beschworene Teufel fuhr aus, stürzte selbst diese Statue und alle anderen im Tempel. Er wurde durch Bartholomäus allen sichtbar gemacht: „schwärzer als Ruß, mit scharfem Angesicht, langem schwarzem Bart und schwarzen Haaren, die bis auf seine Füße gingen, die Hände aber mit feurigen Ketten auf dem Rücken gebunden“.

Die überwundenen Priester des Tempels zogen daraufhin zu Astyages, dem feindlichen Bruder des Polymios. Der schickte eintausend Soldaten aus, die Bartholomäus fangen und vor ihn bringen sollten. Er erfuhr zudem, daß durch Bartholomäus auch sein Gott Baldach zerstört worden sei, ließ ihn daraufhin mit Knütteln schlagen, ihm bei lebendigem Leib die Haut abziehen und ihn dann kreuzigen. Christen begruben den Leichnam; Astyages aber und seine Priester fielen in Besessenheit und starben unmittelbar darauf.

Spätere Legenden berichten von dem Bleisarg, den die Heiden ins Meer geworfen haben und der mit den Gebeinen, zusammen mit denen von vier anderen Märtyrern, an der Insel Liparia bei Sizilien gestrandet ist. Nach der Zerstörung das Grabes und der darüber gebauten Kirche durch die Sarazenen im Jahr 831 sei Bartholomäus einem Mönch erschienen, der die Gebeine sammeln und sie nach Benevent bringen sollte.
Als Friedrich II. Benevent zerstörte, habe Bartholomäus ihm Strafgericht und baldigen Tod verkündet. Kaiser Otto II. brachte die Gebeine 983 nach Rom, die Hirnschale kam im 13. Jahrhundert nach Frankfurt am Main in den Dom St. Bartholomäus.

Vom Beginn des 13. Jahrhunderts an trägt Bartholomäus in den Darstellungen das Messer, die abgezogene Haut findet sich als feststehendes Attribut erst in den zahlreichen Darstellungen der folgenden Zeit. In Michelangelos Jüngstem Gericht in der Sixtinischen Kapelle in Rom (siehe Foto gilt das Antlitz auf der von Bartholomäus getragenen Haut als Selbstbildnis Michelangelos.

Die „Bartholomäus-Nacht“ bezeichnet das Massaker an 2000 französischen Protestanten in der Nacht des 24. August 1572, als nach den drei Religionskriegen den Hugenotten in Frankreich auf Geheiß von Katharina de Medici ein endgültiger Schlag versetzt wurde.

Am Bartholomäustag begannen früher die Vorbereitungen fürs Weihnachtsfest: es wurden die Gänse und Karpfen ausgewählt, die fürs Fest gemästet werden sollten.

Bauernregeln:

„Zu Bartholomä liegts Grummet auf dem Heu.“

„Gewitter um Bartholomä, bringen Hagel und Schnee.“

„Regen an St. Bartolomä tut den Reben bitter weh.“

„St. Clemens uns den Winter bringt, St. Petri Stuhl den Frühling winkt, den Sommer bringt uns St. Urban, der Herbst fängt um Bartholomäi an.“

„Wie sich das Wetter am Bartheltag stellt ein, so soll‘s den ganzen September sein.“

„Wie der Bartholomäustag sich hält, ist der ganze Herbst bestellt.“

„Ist Lorenz und Bertl schön, wird der Herbst gar gut ausgehn.“

„Ist Lorenz und auch Bartel schön, bleiben die Kräuter noch lange stehn.“

„Wie Lorenz und Barhel sind, wird der Winter – rauh oder lind.“

„So das Wetter zu Bartholomäus ist, daran sich der Winter misst.“

„Bleiben Störche (und Reiher) nach Bartholomä, kommt ein Winter, der tut nicht weh.“

„St. Bartholomäus hat‘s Wetter parat, für den Herbst bis hin zur Saat.“


Attribute:

Messer, Buch, abgezogene Haut


Patron:

von Altenburg, Frankfurt/Main, Pilsen, Maastricht

der Bergleute, Gipser, Bauern, Winzer, Hirten, Lederarbeiter, Gerber, Sattler, Schuhmacher, Schneider, Bäcker, Metzger, Buchbinder und Öl- und Käsehändler (in Florenz)

gegen Haut- und Nervenkrankheiten und Zuckungen

Mit freundlicher Genehmigung von daskirchenjahr.de
Weitere Quelle: Ökumenisches Heiligenlexikon