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Gedenktage der Apostel
Tag des Apostels Bartholomäus (24. August)
Aufgrund
eines Vergleiches der Apostelverzeichnisse in den synoptischen Evangelien
und in Johannes (Markus 3, 18 Par; Johannes 1, 45ff; 21, 2) ist man zu dem
Schluß gekommen, dass Bartholomäus und Nathanael ein und derselbe sein
dürften. Dann wäre Nathanael (= Gottesgabe) sein Vorname und Bartholomäus
(= Sohn des Tholomäus) sein Nachname. Er stammt aus Kana und ist
vermutlich Fischer.
Nathanael hatte die Predigt Johannes des Täufers gehört und wartete auf
den Trost Israels, wohl wissend, dass dieser aus Bethlehem kommen müsse.
Daher antwortete er auf die Aussage seines Freundes Philippus, Jesus von
Nazareth sei der Messias: „Was kann aus Nazareth Gutes kommen?“ (Johannes
1, 46).
Die Begegnung mit Jesus, der ihm ins Herz zu schauen vermochte, lässt ihn
deutlich erkennen: „Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von
Israel!“ (Johannes 1, 49)
Als Apostel wird er wohl namentlich in den Apostelreihen genannt, aber
berichtet wird über ihn nur im ersten und letzten Kapitel des
Johannes-Evangeliums.
Nach Pfingsten verkündete Bartholomäus der Überlieferung nach den Glauben
in Persien, möglicherweise auch in Indien, wo er demnach eine hebräische
Abschrift des Matthäus-Evangeliums hinterließ. Legenden weisen ihm auch
die Verbreitung des Evangeliums in Ägypten und Armenien zu, er heilte
Kranke und Besessene.
Demnach wurde Bartholomäus eines Tages zum König Polymios von Armenien
gerufen. Als er dessen besessene Tochter geheilt und den König besucht
hatte, wobei er durch verschlossene Türen kam, bekehrte sich der König und
mit ihm das ganze Königshaus zum Christentum.
Polymios ließ ein Götzenbild niederreißen, aus dem ein böser Geist sprach;
der von Bartholomäus beschworene Teufel fuhr aus, stürzte selbst diese
Statue und alle anderen im Tempel. Er wurde durch Bartholomäus allen
sichtbar gemacht: „schwärzer als Ruß, mit scharfem Angesicht, langem
schwarzem Bart und schwarzen Haaren, die bis auf seine Füße gingen, die
Hände aber mit feurigen Ketten auf dem Rücken gebunden“.
Die überwundenen Priester des Tempels zogen daraufhin zu Astyages, dem
feindlichen Bruder des Polymios. Der schickte eintausend Soldaten aus, die
Bartholomäus fangen und vor ihn bringen sollten. Er erfuhr zudem, daß
durch Bartholomäus auch sein Gott Baldach zerstört worden sei, ließ ihn
daraufhin mit Knütteln schlagen, ihm bei lebendigem Leib die Haut abziehen
und ihn dann kreuzigen. Christen begruben den Leichnam; Astyages aber und
seine Priester fielen in Besessenheit und starben unmittelbar darauf.
Spätere Legenden berichten von dem Bleisarg, den die Heiden ins Meer
geworfen haben und der mit den Gebeinen, zusammen mit denen von vier
anderen Märtyrern, an der Insel Liparia bei Sizilien gestrandet ist. Nach
der Zerstörung das Grabes und der darüber gebauten Kirche durch die
Sarazenen im Jahr 831 sei Bartholomäus einem Mönch erschienen, der die
Gebeine sammeln und sie nach Benevent bringen sollte.
Als Friedrich II. Benevent zerstörte, habe Bartholomäus ihm Strafgericht
und baldigen Tod verkündet. Kaiser Otto II. brachte die Gebeine 983 nach
Rom, die Hirnschale kam im 13. Jahrhundert nach Frankfurt am Main in den
Dom St. Bartholomäus.
Vom Beginn des 13. Jahrhunderts an trägt Bartholomäus in den Darstellungen
das Messer, die abgezogene Haut findet sich als feststehendes Attribut
erst in den zahlreichen Darstellungen der folgenden Zeit. In Michelangelos
Jüngstem Gericht in der Sixtinischen Kapelle in Rom (siehe Foto gilt das
Antlitz auf der von Bartholomäus getragenen Haut als Selbstbildnis
Michelangelos.
Die „Bartholomäus-Nacht“ bezeichnet das Massaker an 2000
französischen Protestanten in der Nacht des 24. August 1572, als nach den
drei Religionskriegen den Hugenotten in Frankreich auf Geheiß von
Katharina de Medici ein endgültiger Schlag versetzt wurde.
Am Bartholomäustag begannen früher die Vorbereitungen fürs
Weihnachtsfest: es wurden die Gänse und Karpfen ausgewählt, die fürs Fest
gemästet werden sollten.
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Bauernregeln: |
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„Zu Bartholomä liegts
Grummet auf dem Heu.“ |
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„Gewitter um Bartholomä,
bringen Hagel und Schnee.“ |
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„Regen an St. Bartolomä tut
den Reben bitter weh.“ |
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„St. Clemens uns den Winter
bringt, St. Petri Stuhl den Frühling winkt, den Sommer bringt uns St.
Urban, der Herbst fängt um Bartholomäi an.“ |
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„Wie sich das Wetter am
Bartheltag stellt ein, so soll‘s den ganzen September sein.“ |
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„Wie der Bartholomäustag
sich hält, ist der ganze Herbst bestellt.“ |
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„Ist Lorenz und Bertl
schön, wird der Herbst gar gut ausgehn.“ |
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„Ist Lorenz und auch Bartel
schön, bleiben die Kräuter noch lange stehn.“ |
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„Wie Lorenz und Barhel
sind, wird der Winter – rauh oder lind.“ |
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„So das Wetter zu
Bartholomäus ist, daran sich der Winter misst.“ |
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„Bleiben Störche (und
Reiher) nach Bartholomä, kommt ein Winter, der tut nicht weh.“ |
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„St. Bartholomäus hat‘s
Wetter parat, für den Herbst bis hin zur Saat.“ |
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Attribute: |
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Messer, Buch, abgezogene
Haut |
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Patron: |
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von Altenburg,
Frankfurt/Main, Pilsen, Maastricht |
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der Bergleute, Gipser,
Bauern, Winzer, Hirten, Lederarbeiter, Gerber, Sattler, Schuhmacher,
Schneider, Bäcker, Metzger, Buchbinder und Öl- und Käsehändler (in
Florenz) |
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gegen Haut- und
Nervenkrankheiten und Zuckungen |
Mit freundlicher Genehmigung von
daskirchenjahr.de
Weitere Quelle:
Ökumenisches Heiligenlexikon
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