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Rund um das Kirchenjahr

Gedenktage der Apostel – Evangelist Lukas (18. Oktober)


Als einziger nichtjüdischer Evangelist war Lukas, von Antiochien stammend, Arzt, der sich durch griechische Bildung, scharfen Verstand und gute Beobachtungsgabe auszeichnete.
Bevor Paulus nach Antiochien kam, war Lukas schon dort in der kleinen Christengemeinde. Erst auf der zweiten Missionsreise nahm Paulus den Lukas mit. In Philippi scheint Lukas im Gegensatz zu Paulus und Silas nicht gefangengenommen worden zu sein (Apostelgeschichte 16). Er bleibt dann vermutlich in Philippi zurück.

Auf der dritten Missionsreise nimmt Paulus Lukas mit nach Jerusalem. Nachdem Paulus dort verhaftet worden war, hat sich Lukas wohl nach Caesarea aufgemacht; dort war er, als Paulus im Herbst 61 die Fahrt nach Rom antreten sollte. Für den Arzt Lukas war es nicht schwer, als Betreuer des Paulus, der zu der Zeit krank war, mitfahren zu dürfen.

Seidenikone des Lukas von Michaela EgerDie Tradition berichtet weiter, dass Lukas nach dem Märtyrertod des Paulus (von dem in der Apostelgeschichte nichts berichtet wird) nach Griechenland gegangen sei, wo er von Theben aus noch manche Missionsreise unternahm.
Wo seine Schriften entstanden sind, läßt sich nicht mehr feststellen. Man nahm lange Zeit an, dass die Schriften unter den Augen des Apostels Paulus entstanden seien, da an manchen Stellen dessen Einfluß zu spüren ist. Vom Evangelium des Lukas berichtet man, dass Paulus dieses Evangelium gemeint habe, wenn er in Röm 2, 16 und 2. Tim 2, 8 von „meinem Evangelium“ spricht.

Die Erzählungen des Lukas sind sehr lebendig, was ihn als antiken Historiker auszeichnet und weshalb er auch gern von der Jugend gelesen wird.
Sein Evangelium war vorrangig für die Unterweisung von Nichtchristen bestimmt. Der Evangelist war bestrebt, Person und Wirken Jesu in einen zeit- und weltgeschichtlichen Rahmen zu rücken; auch seine Geschichte und Vorgeschichte der Geburt Jesu soll auf die universale Bedeutung Christi hinweisen.
Deutlich ist das Interesse des Lukas zu erkennen, das Heil, das in Jesus in die Welt gekommen ist, als universal darzustellen, nicht einzugrenzen durch nationale, rassische oder religiöse Barrieren.

Die Apostelgeschichte zeigt, wie die Verkündigung geradezu unaufhaltsam ins Herz- und Machtzentrum der damaligen Welt, nach Rom, vorstieß. Wichtig war Lukas die Betonung von gerechten sozialen Beziehungen, insbesondere zwischen Armen und Reichen, das Bemühen um die Sünder und Geächteten der Gesellschaft sowie Jesu Wohlwollen gegenüber den Frauen.

Legenden erzählen von einem Märtyrertod Lukas, doch berichtet Hieronymus, dass er mit 84 Jahren in Bithynien – nach anderen Quellen in Achaia, also in Böotien oder auf dem Peloponnes – sein Leben friedlich vollendet habe.

Wegen der Schilderung der Maria in den ersten Kapiteln seines Evangeliums gilt Lukas als Marienverehrer, ist nach späteren Legenden Maler des ersten Madonnenbildes und wird oft als Maler von Marienbildern dargestellt.

Lukas‘ Gebeine sollen 356/57 aus Theben in die Apostelkirche von Konstantinopel überführt worden sein. Reliquien liegen auch in Padua.

Da Lukas seinen Bericht mit dem Opferdienst des Zacharias begonnen hat (Lukas 1), wird ihm als Symbol das Opfertier, der Stier, zugeordnet.

* Seidenikone des Lukas von Michaela Eger, Karlsruhe.

Bauernregeln:

St. Lukas mild und warm, / Winterkält‘ dass Gott erbarm‘.

Wer an Lukas Roggen streut, / es im Jahr drauf nicht bereut.

Wer am Lukas Roggen streut, / es im nächsten Jahr bereut.

(Ja, da hat man dann die Qual der freien Wahl)


Bräuche:

Früher gab man dem Vieh am Lukas-Tag geweihte Zettel mit Bibelversen seines Evangeliums zum Essen, um es vor Seuchen und Unfällen zu schützen.
Lukas-Zettel wurden auch unheilbar Kranken und Frauen bei schwerer Geburt gegeben.
Der Lukas-Tag bedeutet für Bauern den Beginn der Rübenernte.
„Lukas-Gilden“ sind Vereinigungen christlicher Ärzte.


Patron:

für Bologna, Padua und Reutlingen

der Ärzte, Chirurgen, Kranken, Künstler, Goldschmiede, Glasmaler, Bildhauer, Sticker, Buchbinder, Notare und Metzger

der christlichen Kunst

das Vieh und das Wetter