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Ewigkeitssonntag (Totensonntag, Gedenktag der Entschlafenen)
Das
Gedächtnis der verstorbenen Gemeindeglieder hat es von Anfang der
Christenheit an gegeben. Als aber Gedenktage für Gestalten, die als
Märtyrer gestorben waren, das Gedenken der Unbekannten zu verdrängen
drohte, wurde für sie (im Osten im 4., im Westen im 7. Jahrhundert) ein
eigener Tag eingesetzt, der sich zum Tag Allerheiligen entwickelte. Einen
solchen Tag hat die protestantische Kirche abgelehnt, da die Verehrung der
Heiligen, wie sie zur Zeit der Reformation geübt wurde, nicht der Heiligen
Schrift entsprach. Das Gedenken der Heiligen aber wurde weiterhin
gestattet, ja sogar empfohlen. Die Aufklärung konnte auch mit einem
solchen Tag nichts anfangen, und so wurde er immer weniger gefeiert.
König Friedrich Wilhelm III. von Preußen ordnete 1816 an, jährlich den
letzten Sonntag des Kirchenjahres als allgemeinen Feiertag zur Erinnerung
an die Verstorbenen zu begehen. Dieser Feiertag wurde schnell von anderen
Landeskirchen übernommen.
So entstand ein kirchlicher Gedenktag der Toten (Entschlafenen, Ruhenden),
denn dass der Toten (und im Krieg Gefallenen) nicht in irgendeiner Weise
auch gottesdienstlich gedacht wurde, hätte die Gemeinde nicht zugelassen.
Am Totensonntag ist es üblich, die Friedhöfe zu besuchen und die Gräber zu
schmücken. So wird an diesem Gedenktag der Entschlafenen aber auch auf die
Auferstehung der Toten hingewiesen. Denn die Bibel enthält die Botschaft,
dass am Ende aller Tage Jesus als Richter der Lebenden und der Toten
erscheint.
Der Gedenktag der Entschlafenen kann eigentlich an einem beliebigen Tag
begangen werden. Nahe liegt natürlich, auch aus der Tradition heraus, der
letzte Sonntag im Kirchenjahr. Darum ist dieser Gedenktag auch hier ans
Ende des Kirchenjahres gehängt. Denkbar wäre allerdings auch das Begehen
dieses Tages am 1. November, Allerheiligen.
Der Gedenktag der Entschlafenen dient dazu, sich darauf zu besinnen, dass
wir mit den Gestorbenen verbunden bleiben auch über den Tod hinaus, als
eine Gemeinschaft der Gläubigen. Die liturgische Farbe des
Gedenktages der Entschlafenen ist Schwarz (oder Schmucklosigkeit
des Altars).
Wird der Gedenktag an einem Sonntag, also als Totensonntag,
gefeiert, ist die liturgische Farbe entsprechend der Kirchenjahreszeit
oder weiß als Zeichen dafür, dass Christus, der Herr über den Tod,
alle Entschlafenen mit Namen kennt und sie zum Leben führt. Im Laufe der
Geschichte hat der letzte Sonntag des Kirchenjahres unterschiedliche Namen
getragen, weil er eine so vielfältige und gewichtige Botschaft zu bringen
hat:
Totensonntag – Der Tod ist für uns die erkennbare äußerste
Grenze unseres Lebens, das letzte im Leben eines Menschen.
Ewigkeitssonntag – Man erlebt dankbar jeden Tag des Lebens
und will sich damit trösten, wenn die Angst vor dem Sterben über uns
kommt.
Sonntag vom jüngsten Gericht – Man wird an das letzte Wort
Gottes erinnert, dass er über unser Tun und Lassen sprechen wird.
Christkönigsfest – Man erinnert an die Macht und die
Herrlichkeit Jesu Christi.
Letzter Sonntag des Kirchenjahres – Einmal wird der letzte
Tag unseres Lebens sein. Der vor uns liegende Lebensweg wird täglich
kürzer „Heute ist der erste Tag vom Rest deines Lebens“
Mit freundlicher Genehmigung von
daskirchenjahr.de und
theology.de
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