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Ruhlaer Hilfe in Ruanda


Thüringer Landeszeitung  Freitag, 09.03.2007

Ruhlaer Hilfe in Ruanda


 
Ins Gespräch mir der ruandischen Mini­sterin kam auch die Gruppe aus Ruhla hier mir Andrea Pawlitzki, Pfarrer Gerhard Reuther und Thomas Brinkhoff. (Foto: nh)

Ruhla/Ruanda. (ep) „Es gab Situationen, wo wir einfach nur noch schweigen konnten“, erinnert sich Andrea Pawlitzki. Eine kleine Gruppe des kleinen erbstromtalweiten, ökumenischen „Eine-Welt-Kreises“ der evangelischen Kirchgemeinde in Ruhla war zu einer Reise nach Ruanda aufgebrochen. Dort, genauer in der Kleinstadt Nyagatare, unterstützt der „Eine-Welt-Kreis“ das Projekt des Vereins „Assist“. Und es waren neben vielen positiven Nachrichten, die die Gruppe wieder mitbrachte, gerade Gespräche mit Betroffenen, die von „Assist“ betreut werden, die den Ruhlaern wohl lange im Gedächtnis bleiben werden.

 

Bürgerkrieg

Der Verein „Assist“ hat sich im Jahr 1999 in Nyagatare gegründet und hat vor allem ein Ziel, die vielen entwurzelten, am Rande oder schon außerhalb der Gesellschaft lebenden Jugendlichen wieder zu integrieren, ihnen eine Zukunft zu geben. Ruanda war über Jahre betroffen von einem grausamen Bürgerkrieg, der Mitte der 90-er Jahre seinen blutigen Höhepunkt fand, als in nur 100 Tagen etwa eine Million Menschen ermordet wurden.

„Es gibt kaum eine Familie, die nicht betroffen ist“, weiß Ruhlas Pfarrer Gerhard Reuther. Es gibt vor allem eine große Zahl derer, die diese Massaker als Kinder er- und überlebten. Diese sind zum großen Teil traumatisiert, haben vielfach alle erwachsenen Verwandten verloren. Dazu kommt, dass der HIV-Virus unter der ruandischen Bevölkerung fürchterlich gewütet hat. Und so gibt es viele
Waisenkinder und sogenannte „childheaded families“, also Familien, in den Jugendliche die Ältesten sind. Der Verein „Assist“, gegründet von vier Sozialarbeitern, versucht zu helfen. Da gibt es Beratungsangebote für fast alle Lebenslagen und Orte, wo den jungen Menschen Unterstützung und Arbeit

Hilfe kommt an

„Alles, was uns per Internet von den Freunden von Assist mitgeteilt wurde, stimmte auch haargenau. Unsere Spenden sind sehr gut anlegt“, berichtet Pfarrer Reuther. Die Ruhlaer Delegation konnte sich von der guten Arbeit von „Assist“ überzeugen, nahm an großen Arbeitssitzungen Teil und erlebte den Besuch einer ruandischen Ministerin mit. „Die Helfer vor Ort sind realistisch genug, um zu wissen, was sie leisten können. Und wir wissen nun genau, wie unsere weitere Hilfe benötigt wird“, so Reuther. Da sind zunächst einmal, nachdem kürzlich ein Spender 500 Euro gab, noch 610 Euro, um die Sanierung des ersten Hauses von „Assist“ fertig zu stellen.

Von Peter Rossbach

Thüringische Landeszeitung Verlag GmbH & Co. KG, 09.03.2007



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