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Nyagatares Bibliothek hat seine ersten Leser


Volksstimme Stendal  (Stendal) 08.12.2008

Vom Afrikakreis Stendal unterstütztes Kinder- und Jugendzentrum in Ruanda entwickelt sich gut
 
Nyagatares Bibliothek hat seine ersten Leser

Stendal. Ein Jahr ist vergangen, seit der Ökumenische 1 Welt-Kreis im Erbstromtal mit Sitz in Ruhla seine Kampagne für ein Kinder- und Jugendzentrum in Ruanda startete. Der Afrikakreis Stendal unterstützt die Aktion „1-2- Help“ von Anfang an. Etwa 11.111 mal 40 Euro sind nötig, um die Vision gemeinsam mit der afrikanischen Selbsthilfeorganisation ASSIST-Ruanda zu verwirklichen.
Unterstützung finden sollen dadurch vor allein die zahlreichen Waisen, die im grausamen Bürgerkrieg von 1994 oder durch Aids ihre Familien verloren haben. Kinder und Jugend- liche werden eine Schul- und Berufsausbildung bekommen, um für ihren und den Lebensunterhalt ihrer Familien sorgen zu können.


 
So sah die Bibliothek im April dieses Jahres als Rohbau aus. Inzwischen ist das Gebäude fertig und mit gespendeten Möbeln sie den ersten 200 geschenkten Büchern eingerichtet.   
                                                                                   Foto: privat

 


„Eine große, aber nicht unmögliche Aufgabe”
 

Das Ausbildungs- und Beratungszentrum entsteht in einer ländlichen Region im Nordosten des afrikanischen Landes, in Nyagatare, auf von der Kommune geschenktem Land. Der Plan sieht mehrere Gebäude vor: eine Mehrzweckhalle, eine Bibliothek. Büros, Unterkünfte, ein Restaurant, eine Klinik, Schulräume und Sanitätseinrichtungen. Ein Jahr ist nicht viel für ein so anspruchsvolles
Projekt einer kleinen Initiative in einer sehr fernen, strukturschwachen Gegend. Dennoch fällt die Bilanz von Initiator Pfarrer Gerhard Reuther der wehrend seiner Zeit in Stendal den Afrikakreis mitgründete, ausgesprochen positiv aus.
„Das erste Gebäude des Zentrums wurde dank der eingeworbenen Spenden bereits errichtet und hat seinen Betrieb aufgenommen: die Bibliothek. Die erforderlichen Mittel von 12 000 Euro kamen aus Europa. Inzwischen wurden die Bauarbeiten an der Mehrzweckhalle begonnen. Auch dafür wurden die Mittel vom 1 Welt-Kreis zur Verfügung Parallel dazu sollen nun die Arbeiten am Gebäude für die Schulungsräume aufgenommen werden", so Reuther. Diesen Bau zu unterstützten, habe sich der 1 Welt-Kreis zum nächsten Teilziel gemacht.
Der EED (Evangelischer Entwicklungsdienst) in Bonn fördert das Vorhaben mit einem Viertel des Gesamtbetrages von 40 000 Euro. Der 1Welt-Kreis und ASSIST müssen innerhalb eines Jahres 30 000 Euro aufbringen. „Eine große, aber nicht unmögliche Aufgabe, denn seit Beginn der Kampagne wurden schon einmal Spenden in dieser Höhe gesammelt" sagt Reuther. „Dabei halfen allen voran der Afrikakreis Stendal, dazu 131 Einzelspender sowie Kollekten bei verschiedenen kirchlichen Veranstaltungen. Spenden von Konfirmanden-, Schul- und Gemeindegruppen sowie Firmenspenden und ein Zuschuss der kirchlichen Arbeitsstelle Eine Welt in Magdeburg. ASSIST-Ruanda steuerte Geld aus
dem Vereinsvermögen sowie Arbeitsleistungen der Jugendlichen vor Ort bei.“
Von Beginn an hatte die Hilfsaktion auch prominent Unterstützer, so den ehemaligen thüringischen Ministerpräsidenten Dr. Bernhard Vogel als Schirmherren und die österreichische Schauspielerin Anna Moik-Stötzer, die da Anliegen des Projektes bei Leseabenden in Österreich und Deutschland publik macht.
 

„Damals 1994 hat die Welt weggeschaut”
 

Der in Ruhla angestoßen. Stein ist mittlerweile in mehrere Länder der Welt gerollt. Unterstützung verschiedenster Art von der Spende bis zur Öffentlichkeitsarbeit kommt aus
Deutschland, Luxemburg Frankreich. Kanada, Österreich, Uruguay. Großbritannien und den USA. Pfarrer Reuther „Hat damals 1994 die Welt weggeschaut, als in 100 Tagen eine Million Menschen ermordet wurden, so ist sie heute aufgefordert, den entwurzelten Menschen in Ruanda zu einen versöhnten und selbstbestimmten Leben zu verhelfen. D. umsomehr, als der derzeitig. Konflikt im Grenzgebiet zur
Demokratischen Republik Kongo aus meiner Sicht erneut Unruhe in den noch sehr fragilen Aufbauprozess in Ruanda bringen könnte."

Edda Gehnnann

Volksstimme Stendal, 08.12.2008



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