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Paten für den kleinen Prince


Thüringer Allgemeine  13.01.2009

Paten für den kleinen Prince

Schüler aus Eisenach bezahlen einem fast gleichaltrigen Jungen in Afrika die Schule

Schüler aus Eisenach haben ein Patenkind in Ruanda. Ein sechsjähriger Junge namens Prince kann dank ihrer Hilfe die Schule besuchen. Den Kontakt stellte die Kirchgemeinde Ruhla her, die seit Jahren einen ruandischen Verein unterstützt, der die Folgen des Völkermords mildern hilft.
 

EISENACH (pm/vlk). Mehr als einhundert Schüler der Evangelischen Grundschule in Eisenach sind im Oktober bei einer Benefizveranstaltung für den Frieden gejoggt. Damals entschieden sie mit ihren Betreuern, dass rund 2000 Euro aus dem Erlös für das Kinder- und Jugendzentrum in Nyagatare in dem afrikanischen Land Ruanda bestimmt sein sollen. „Ein toller Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation gleichaltriger und älterer Kinder in Ruanda”, freute sich Pfarrer Gerhard Reuther aus Ruhla. Reuther betätigt sich seit vielen Jahren in der Afrikahilfe. Auf sein Betreiben hin gründete sich in der Bergstadt ein Eine-Welt-Kreis (TA berichtete). Vor wenigen Tagen hat sich dieser ökumenische Eine-Welt-Kreis aus dem Erbstromtal den Schülern der Evangelischen Grundschule vorgestellt. Das Treffen fand im Saal der Johanneskirche in Eisenach-Nord statt.
Schätzungsweise 140 Kinder spielten unter Anleitung zur Auflockerung ein Spiel. „Es stammt aus Afrika und wird dort von Kindern mit viel Begeisterung gespielt”, schilderte Reuther, der sich selbst wiederholt von den Fortschritten in Ruanda überzeugte. Danach erfuhren die Schüler anhand von Bildern, wo das Land auf der Weltkarte zu finden ist, wie die Menschen dort leben und warum Zigtausende von Kindern auf Hilfe angewiesen sind. Sie sahen den Beginn des Zentrums, von dem im Februar 2007 kaum mehr zu sehen war als der Grundstein. Inzwischen wurde, so Reuther, das erste Gebäude fertiggestellt: die Bibliothek. Ein großes „Ahh” sei durch die Reihen der gespannt zuschauenden Kinder gegangen, als sie das frisch verputzte Haus sahen. Mit der Hilfe der von den Eisenachern erlaufenen Spenden im letzten Oktober werde nun das nächste Gebäude Wirklichkeit: für Schulzimmer. Das ist Hilfe, die nicht nur ankommt, sondern von Kindern zu verstehen ist, weil sie eigene Erfahrungen damit verknüpfen.“
Schmetterlinge - so heißen die Schüler der 3. und 4. Klasse. Sie lernten bei der Veranstaltung außerdem ihr Patenkind kennen, für das sie mit ihren Eltern eine Bildungspatenschaft übernommen haben. Der kleine Prince (6) geht dank der Hilfe aus Eisenach zur Schule. Und die nötigen Dinge für den täglichen Bedarf könnten so ebenfalls bezahlt werden. Damit werde nicht nur ihm, sondern auch seiner Familie geholfen.
Pfarrer Reuther äußerte sich ermutigt: Nicht nur bei den Kindern habe dieser Nachmittag Interesse geweckt, auch eine Lehrerin zeigte Interesse an einer solchen Patenschaft.
Das Wirken des Eine-Welt-Kreises in Kooperation mit dem ruandischen Verein „Assist Ruanda” ist nach Reuthers Überzeugung ein gutes Beispiel, wie vermittels einer direkten Partnerschaft Projekte überschaubar, transparent, effektiv und sehr persönlich gestaltet werden könnten und dass es dazu keiner kostenintensiven großen Organisation bedürfe.
Im Februar 2009 fahre wieder ein Mitglied des Eine-Welt-Kreises nach Ruanda.
Interessenten, die die Arbeit unterstützen möchten, können im evangelischen Pfarramt Ruhla anrufen unter Tel. (03 69 29) 6 21 37 oder Informationen im Internet bekommen unter www.st-concordia.de

Thüringer Allgemeine, 13.01.2009



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