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Wo andere schweigen


Thüringer Landeszeitung  12.07.2011

Wo andere schweigen
 

St. Concordia: Festgottesdienst mit Landesbischöfin, Alt-MP und Prinz Michael


 

Zum Festgottesdienst anlässlich des 350. Geburtstages der St.-Concordia-Kirche Ruhla predigte die Landesbischöfin der EKM, Ilse Junkermann, in der vollbesetzten Kirche.             Foto: Susanne Reinhardt

Ruhla. So wie der Prophet Jeremia die Israeliten in Babylon aufforderte: „Suchet der Stadt Bestes”, so sollen Christen auch heute handeln. Landesbischöfin Ilse Junkermann war mit diesem Leitgedanken zum Festgottesdienst am Sonntag in die 350 Jahre alte, voll besetzte St. Concordia-Kirche gekommen.
Sinngemäß heißt dies: Ihr habt kein anderes Zuhause, macht das Beste daraus. Sondert Euch nicht ab von den anderen, sprecht miteinander, diskutiert und einigt Euch. St. Concordia ist das zweite Gotteshaus der einst geteilten Stadt und trägt nicht umsonst diesen Namen der nichts anderes als Eintracht bedeutet.
Hatte Alt-Ministerpräsident Bernhard Vogel zur Auftaktveranstaltung der Feierlichkeiten am Freitagabend von etwas Gutem gesprochen, das aus Streit entstehen kann wie der Bau der Kirche (TLZ berichtete), so forderte Prinz Michael-Benedikt von Sachsen-Weimar-Eisenach und Graf von Wettin die Kirche auf, „dort einzugreifen, wo andere schweigen." Nur dann werde Kirche wieder dort einkehren, wo sie immer zu Hause war. Der Enkelsohn des letzten regierenden Großherzogs hatte es sich mit seiner Gemahlin nicht
nehmen lassen, bei den Feierlichkeiten dabei zu sein. War Ruhla doch einst von den Söhnen des Herzogs Johann von Weimar politisch geteilt worden. Der Prinz sprach von einer Botschaft des „Schmieds von Ruhla”.
Im Übrigen wurde der Gottesdienst nach der Liturgie vor 350 Jahren gefeiert, um „ein Zeichen der Verbundenheit mit den Gründern der Kirche bis zur heutigen Generation zu setzen”, sagte Pfarrer Gerhard Reuther. Er konnte zum Festgottesdienst über 300 Besucher begrüßen. Unter ihnen befanden sich Gäste aus der evangelischen Partnergemeinde Hildrizhausen nahe Stuttgart, die mit ihrem Posaunenchor den festlichen musikalische Rahmen gab. Die Verbindung besteht seit vielen Jahrzehnten und „hält noch immer”, sagte der Pfarrer. Vom dortigen Gemeinderat erhielt er eine Geldzuwendung, die für Reparaturarbeiten verwendet werden soll. Feierlich erklangen Lieder wie „Jauchzet ihr Himmel” von Andreas Hammerschmidt, „Kyrie” von Claudio Monteverdi sowie „Gloria” von Johann Sebastian Bach, gesungen von der Concordia-Kantorei Eisenach unter Leitung von Christoph Peter. Begleitet wurde der Chor an der restaurierten Orgel von Bernhard Kutter.
                                                                                                                        von Susanne Reinhardt


Thüringische Landeszeitung 12.07.2011



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